Bus fährt Linie – aber nur werktags

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Was wir bereits wissen
Neuigkeiten auf der Strecke von Nierenhof über Niederbonsfeld nach Kupferdreh: An den Wochenenden wird der Verkehr ab dem Sommerfahrplan eingestellt. Neues Unternehmen fährt künftig.

Hattingen..  Die gute Nachricht zuerst: Zwischen Nierenhof und Kupferdreh – Wegstrecke über Niederbonsfeld – wird es ab der Umstellung auf den Sommerfahrplan wieder eine feste Linienbusverbindung statt des Taxibusses T176 geben. Doch die schlechte Nachricht gleich hinterher: Die Busse werden künftig nur noch werktags zwischen 6 und 18 Uhr im Stundentakt verkehren – am Wochenende wird der Fahrbetrieb komplett eingestellt.

Nach den Vorstellungen der Velberter Verwaltung ist vorgesehen, die Kosten, die die Städte Essen, Velbert und Hattingen bzw. ihren Verkehrsbetrieben Essener Verkehrs-AG (EVAG), Verkehrsbetriebe Ennepe-Ruhr (VER) und Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert (VGV) jährlich auf dieser Buslinie ent­stehen, durch die Umstellung von Taxibus auf Linienverkehr und das Streichen der Wochenendfahrten von 100 000 auf 60 000 Euro zu senken. Jede der drei Städte würde ein Drittel aus ihrem Haushalt zahlen.

„An Werktagen nach 18 Uhr sowie an den Wochenenden wurden nur sehr vereinzelt Fahrten nachgefragt“, heißt es in der Velberter Verwaltung, der die Auswertung der Fahrgastzahlen für die Monate Dezember bis März zugrunde lägen. Und die Verwaltung rechnet vor: „Aufgrund der (...) Vorhaltekosten für die potenziellen Fahrtgestaltung führt dies zu Beförderungskosten von etwa 75 Euro pro Fahrgast ­bezogen auf Schwachver­kehrszeiten und Wochenenden.“

Für Enttäuschung an Nierenhofs Wodanstraße sorgt, was nicht in der Verwaltungsvorlage steht: Das Busunternehmen Klingenfuß, das die Strecke seit Jahresbeginn mit dem Taxibus bediente, hat nach einer neuerlichen Ausschreibung der Linie durch die EVAG den Zuschlag nicht wieder erhalten.

„Das ist für uns natürlich sehr enttäuschend – und schade, wo wir so viel aufgebaut haben“, erklärten Gerda Klingenfuß und Tochter Andrea Schulz unisono. Schließlich habe man nicht nur eine gut funktionierende Taxibuslinie mit telefonischer Fahrtenbestellung organisiert, sondern auch die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert. Andrea Schulz: „Im Januar haben wir mit 323 Fahrgästen angefangen, nach kontinuierlicher Steigerung waren es im April 425.“

Welches Unternehmen künftig die Fahrgäste von Nierenhof über Niederbonsfeld nach Kupferdreh hin- und herfahren wird, darüber hüllen sich Städte und Verkehrsbetriebe noch in Schweigen. Eine der WAZ vorliegende Information, den Zuschlag habe ein Essener Busunternehmen erhalten, wurde nicht bestätigt: Noch seien die Verträge nicht unterschrieben, so die EVAG.