Burg Blankenstein – die Hattinger Burg der drei Türme

Ein Modell der Burg Blankenstein steht im Stadtmuseum Hattingen.
Ein Modell der Burg Blankenstein steht im Stadtmuseum Hattingen.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Seit zehn Jahren gibt es das maßstabgetreue Modell „Burg und Freiheit Blankenstein“ im Hattinger Stadtmuseum. Von den einst drei Türmen steht nur noch einer.

Hattingen..  „Zehn Jahre ist es her, dass unser verstorbenes Fördervereinsmitglied Friedhelm Gerlach das maßstabsgerechte Modell Burg und Freiheit Blankenstein gebaut hat“, erinnert sich Peter Grote vom Förderverein Stadtmuseum Hattingen. Das Modell zeigt: Die Burg hatte einst drei imposante Türme. Doch davon steht heute nur noch einer – der Torturm mit seiner Aussichtsplattform in 26 Meter Höhe, von wo aus sich ein toller Blick auf Blankenstein und das Ruhrtal bietet. Nach dem Abriss der Burg 1662/63 wurde der Torturm durch Wolfshagen und Kortwig – das waren die Schwiegersöhne der Siedler Loebeck und Krone, die das Burggelände in Erbpacht erhalten hatten – 1800 so weit wieder aufgebaut, dass er als Aussichtsplattform dienen konnte. In neuerer Zeit ist er seit 1970 wieder begehbar.

Hochbehälter zur Wasserversorgung

„Irrtümlich wird hier manchmal vom Bergfried gesprochen. Das stimmt aber nicht“, erörtert Grote. Denn der Turm mit fortifikatorischer Bedeutung, das heißt, dass er der militärischen Befestigung diente, lag am Brückenende, hatte „einen Durchmesser von neun Metern und eine Mauerstärke von 2,20 Metern“, stellt Grote klar. Dass er, wie auch der Torturm (die Stockwerke über der Torhalle waren beheizbar), eine Wohnfunktion hatte, ist nicht auszuschließen. Dieser – übrigens einzige runde – Turm gehörte zum ersten Baubestand, ist heute nur noch in seinen Fundamenten erhalten. Bis 1767 soll er in wesentlichen Teilen bestanden haben.

Der dritte Turm, der „Greven Engelbert Torn“, erbaut im Auftrag von Graf Engelbert I. von der Mark (1249-1277), wies um 1535 große Mauerrisse auf, musste abgebrochen werden. Hier ließ 1863/64 Gustav vom Stein ein Schlossgebäude mit Küche, Schankraum, Pächterwohnung errichten. Das Gebäude wurde ausschließlich gastronomisch genutzt. Noch heute ist über der Eingangstür zu lesen „Immer heiter, Gott hilft weiter“. 1958 wurde das Gaststättengebäude abgebrochen. 1979 zog Detlef Müller als Pächter ein in die heutigen Gastronomie-Räume, die einst Stallgebäude, ab 1860 Lüstrierfabrik zum Glänzen von Garnen, ab 1947 Kunstwerkstätten waren.

Übrigens: Der heute noch bestehende Turm hatte eine weitere Funktion. Er war Standort des Hochbehälters zur Wasserversorgung. Gustav vom Stein junior besaß ein eigenes Wasserwerk, das ab 1893 auch die Bewohner der Stadt Blankenstein mit Wasser versorgte.

Das Modell Gerlachs, entstanden in 250 Arbeitsstunden, ist im Stadtmuseum – Eintritt frei – zu sehen. Es zeigt alle Gebäude, die für den Zeitpunkt des Abbruchs 1662/63 sicher überliefert sind. Mauerreste bis dahin abgebrochener Gebäude sind im Grundriss markiert, farblich abgehobene Ergänzungen nur soweit aufgenommen, wie sie der Orientierung am heutigen Erscheinungsbild dienen.