Brückenschlag zweier Gemeinden

Die Wichernkirche, hier Schauplatz eines Konzertes. gehört künftig zur Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel.Foto:Fischer
Die Wichernkirche, hier Schauplatz eines Konzertes. gehört künftig zur Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel.Foto:Fischer
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die ev. Kirchengemeinde Bredenscheid-Stüter wird am 1. Juli mit der Nachbargemeinde Sprockhövel vereinigt. Kooperationen gab es bereits.

Hattingen..  Die Tage der evangelischen Kirchengemeinde Bredenscheid-Stüter sind gezählt. Nach monatelangen Vorbereitungen wird diese am 1. Juli mit der Nachbargemeinde in Sprockhövel vereinigt – zur Bindestrich-Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel. Ein Brückenschlag aus Vernunftgründen.

Zum Hintergrund: Im Sommer 2014 hatte nach Ralf Radix auch Gerhard Rode seine halbe Pfarrstelle in Bredenscheid-Stüter zugunsten einer neuen Aufgabe im landeskirchlichen Dienst aufgegeben, erstmals seit 25 Jahren waren die aktuell noch 2078 Evangelen in Bredenscheid damit ohne festen Pfarrer. Und ohne Aussicht darauf, als eigenständige Gemeinde einen neuen zu bekommen. Denn Pfarrstellen sind abhängig von Zahlen: 2700 Gemeindeglieder braucht es derzeit, damit das Landeskirchenamt die Wiederbesetzung einer Pfarrstelle genehmigt, Einzelpfarrstellen in Teilzeit sind gar nicht mehr vorgesehen. Was also tun?

Martin Funda zieht ins Pfarrhaus

Seitens der evangelischen Landeskirche wurde der Bredenscheider Gemeinde eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Sprockhövel nahegelegt, Superintendent Ingo Neserke habe dies bei einem Besuch im vergangenen Jahr auch persönlich angeregt, sagt Heike Rienermann, Pfarrerin in Sprockhövel, die den Fusionsprozess mitbegleitet hat. Rienermann betont, dass die Presbyterien beider Gemeinden natürlich mögliche Alternativen geprüft hätten. Allein: Die Variante, dass Bredenscheid von Sprockhövel – einer Gemeinde mit 5423 Gliedern und zweieinhalb Pfarrstellen – aus ,mitversorgt’ worden wäre, hätte für alle mehr Arbeit in Doppelstrukturen und weniger Ertrag fürs Gemeindeleben bedeutet, betont Rienermann. Daher habe man sich letztlich für die Fusion entschieden.

Einander angenähert hatten sich die benachbarten Gemeinden sowie schon vor Jahren. So haben sie 2011 eine gemeinsame Jugendreferentin eingestellt, arbeiten seither auch bei der Konfirmandenbetreuung zusammen. Der Gedanke der Kooperation sei also schon länger „fest verankert“ gewesen in beiden Presbyterien, so Rienermann.

Drei Seelsorgebezirke wird die neue Bindestrich-Gemeinde haben, Bredenscheid-Stüter wird dabei als zusammenhängender Bezirk der alten Gemeinde bestehen bleiben – und mit Martin Funda künftig auch wieder einen festen Pfarrer vor Ort haben. Der 57-Jährige, der zusammen mit Heike Rienermann und Arne Stolorz das Pfarrteam der städteübergreifenden Gemeinde bildet, zieht Mitte Juli samt Familie ins Pfarrhaus an der Johannessegener Straße ein. „Ich möchte den Bredenscheidern zeigen, dass mir die Arbeit mit ihnen wirklich am Herzen liegt“, betont Funda, dessen halbe Stelle im Zuge der Fusion sogar auf 75 Prozent aufgestockt wurde.

Geführt wird die neue Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel bis zur Presbyteriumswahl im Februar 2016 von einem „Gremium der Bevollmächtigten", besetzt mit Mitgliedern aus beiden Fusionsgemeinden. Der Prozess des Zusammenwachsens soll so, aber auch auf vielfältige Weise gefördert werden – u. a. mit dem als Reise gestalteten Vereinigungsfest am 6. September. Dieses beginnt am Morgen in der Zwiebelturmkirche und es endet mittags in der Wichernkirche. Auch das ein Brückenschlag.