Brand am Pfingstmontag 1665 zerstörte Blankenstein

Löscheimer
Löscheimer
Foto: Hermes
Was wir bereits wissen
Vor 350 Jahren fiel der Tag auch auf den 25. Mai, fanden die Aktiven vom Heimatverein Blankenstein heraus.

Hattingen..  Die Freiheit Blankenstein brannte am Pfingstmontag 1665 fast komplett nieder, das ist am anstehenden Pfingstmontag genau 350 Jahre her. Außerdem bemerkenswert: „Damals fiel der Pfingstmontag wie in diesem Jahr auch auf den 25. Mai“, berichtet Wolfgang Hermes vom Heimatverein Blankenstein e.V.

Und auch die Pfingstkirmes hat mit dem Feuer zu tun. Die Kirmestradition geht auf das Jahr 1443 zurück. „Der Landesfürst Wilhelm von Kleve bestätigte dann 1594 den Bürgern das Recht auf das Abhalten von drei Jahrmärkten, die das kleine Städtchen zu einem Zentrum geschäftigen Treibens machten“, sagt Hermes. Auch Pfingsten 1665 gab es einen solchen Markt. „Das Feuer brach am Pfingstmontag durch Unachtsamkeit aus. Es breitete sich bei den leicht brennbaren Fachwerkhäusern schnell aus“, erklärt der Geschichtsinteressierte. Er recherchierte zum Brand, fand heraus, dass später in einem Bericht von F.W. Motzfeld bemängelt wurde, dass es zwar 25 Brunnen im Ort, aber zu wenig Ledereimer zum Löschen gab. Und dass es überhaupt keine Feuerspritze gab. „Mehr ist über den Brand dort nicht zu finden, weil Motzfeld damals eigentlich nur die Steuerdaten erhob“, sagt Hermes.

Den wirtschaftlichen Ruin zog die fast komplette Zerstörung des Ortes nach sich, der durch die Anordnung des Großen Kurfürsten drei Jahre zuvor, die Burg abzureißen und das Baumaterial zu verkaufen, sowieso schon gebeutelt war. „Die Zahl der Anwohner fiel drastisch. Die Häuser im historischen Ortskern konnten daher erst nach und nach auf den noch erhaltenen Grundmauern wieder aufgebaut werden, wie einige alte Hausinschriften zeigen“, berichtet Hermes. Wie jene Inschrift an der Laubergasse 2: „IAN VON HIDDINGHAUSEN GOD BEWAR DE IN UND US GEN Anno 1666“. Laut Hermes besagt die Familienchronik, dass Jan von Hiddinghausen Zimmerer war und beim Aufbau der zerstörten Häuser seinen Unterhalt verdiente, so sein Haus bauen konnte.

Auf mehr Informationen zum Brand in den Kirchenbüchern hatte Hermes bei der Recherche gehofft. „Doch die, so habe ich festgestellt, sind 1679 verloren gegangen.“