Blindgänger werden erst gesichert

Foto: Fischer
Im Bereich Am Rosenberg/Akazienweg will die Bezirksregierung zunächst die alten Bergbauschächte verfüllen, ehe die Bomben geborgen werden.

Hattingen..  Erst die Schächte, dann die Blindgänger. Für die verzwickte Ge­fahrenlage in der Nordstadt hat die Bezirksregierung Arnsberg nunmehr eine Lösung gefunden. Sie will zunächst die Bergbauschächte verfüllen und danach die dort ­vermuteten Blindgänger un­schädlich machen. Im August sollen die Maßnahmen vor Ort an­laufen.

Wie berichtet, ist das Problem seit dem Dezember 2013 bekannt. Da teilten Stadtverwaltung und HWG mit, man gehe davon aus, dass auf Grundstücken der Wohnungsgenossenschaft im Bereich Am Rosenberg / Akazienstraße Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg lägen. Begutachtungen alter Luftbilder ließen dies vermuten. Das Problem: In direkter Nähe gibt es alte Bergbauschächte.

Aktuell keine konkreten Gefahren

Insgesamt acht dieser Schächte hat die Bezirksregierung Arnsberg im Sommer 2014 im Rahmen ihres Risikomanagements in dem Bereich ausgemacht. „Sie weichen in ihrer tatsächlichen Lage stark von der historischen Darstellung ab“, erläutert Peter Hogrebe. Der Dezernent für Altbergbau bei der Bezirksregierung betont, es gebe aktuell keine konkreten Gefahren für die Sicherheit der Bevölkerung, sagt aber auch, die Lage unter der Erde könne sich mit der Zeit durchaus ändern. Also werde man die Schächte verfüllen.

Womit wir bei den Blindgängern wären. „Verdachtspunkte“ heißen sie in der Risikoanalyse der Bezirksregierung Arnsberg. Hogrebe: „Auf Luftbildern sind drei Anomalien der Bodenstruktur erkennbar, die auf einen Blindgängereinschlag hinweisen. Sie können also dort liegen, müssen aber nicht.“ Auch das hat gezählt bei der Entscheidung, zunächst die Schächte zu verfüllen und sich dann um die vermuteten Bomben zu kümmern.

Nirgendwo ist die Lage übrigens so brisant wie am Schacht Wilhelm der ehemaligen Zeche Vereinigte Schierbank. Dort wird ein ­Blindgänger direkt über dem mittleren Teil des Schachtes vermutet – droht also hineinzustürzen.

Also werden die Bautrupps zunächst den unteren Teil des Schachtes von außen her „dauerstandsicher verfestigen“, wie es im Bericht heißt. Dann wird der Bereich über dem Verdachtspunkt gesichert und erst danach eine Bühne im mittleren Schachtteil installiert, von der aus der Kampfmittel­räumdienst den Blindgänger – wenn es denn einer ist – unschädlich macht.

Die beiden anderen Bomben werden in größeren Entfernungen zu den Schächten vermutet. Auch dort rücken die Bombenentschärfer erst an, „wenn die Zuwegung dorthin über den tagesnahen Altbergbau bergtechnisch gesichert worden ist“, sagt Peter Hogrebe.