Blindgänger am Bergbauschacht

Im Bereich Am Rosenberg / Akazienstraße in der Nordstadt werden drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.
Im Bereich Am Rosenberg / Akazienstraße in der Nordstadt werden drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Nordstadt müssen Bomben entschärft und ein Schacht verfüllt werden. Seit Dezember 2013 läuft die Suche nach der ungefährlichsten Reihenfolge.

Hattingen..  Die Mitteilung trägt die Überschrift „Blindgänger am Rosenberg vermutet“ und stammt vom 11. Dezember 2013. Das Ordnungsamt der Stadt und die HWG gehen davon aus, dass auf Grundstücken der Genossenschaft im Bereich Am Rosenberg / Akazienstraße drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegen. Begutachtungen alter Luftbilder lassen dies vermuten. Zwar gebe es „keinen Grund zur Sorge für Anwohner und Umgebung“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Dennoch werden die Mieter der HWG-Wohnungen informiert und man bereitet sich auf den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes vor.

Das war vor eineinhalb Jahren. Geschehen ist nichts. Der Grund: An derselben Stelle der Nordstadt liegt ein zweites Problem im Boden: Schacht Wilhelm der ehemaligen Zeche Vereinigte Schierbank. Der Schacht war von 1820 bis 1825 in Betrieb und wurde dann aufgegeben. Die Zeche Schierbank machte 1849 dicht. Wie alle der insgesamt 191 Bergwerke, die es in Hattingen einmal gegeben hat.

Seit Dezember 2013 also geht es um die Frage: Werden zuerst die Blindgänger unschädlich gemacht oder wird zuerst der Schacht verfüllt? „Ein solches Kombi-Problem erlebe ich zum ersten Mal“, sagt Christoph Söbbeler auf Anfrage der WAZ. Der Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg sieht den Zeitverzug zwar auch kritisch, begründet des Vorgehen aber mit der problematischen Gefahrenabschätzung. Gerade sei ein Aufarbeitungsgutachten in Auftrag gegeben worden. Söbbeler: „Auf jeden Fall wollen wir die Sache noch in diesem Jahr lösen.“

Die HWG sieht keine Gefahr im Verzuge und verweist auf die Stadt Hattingen. Die indes sieht sich beim Blick auf die Lösung des Problems ebenfalls außen vor. „Das ist allein Sache der Bezirksregierung“, sagt Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Und die beruhigt. Christoph Söbbeler: „Die Blindgänger liegen seit 70 Jahren in der Erde. So lange sie nicht bewegt werden, ist die Gefahr gering. Erst wenn etwa ein Bagger darauf stößt, muss sofort gehandelt werden.“