Blau-grüne Wasserspiele zum Knautschen

Angelika Herker
Angelika Herker
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Angelika Herker macht die Welle endgültig erst am Ausstellungsort und formt zarte Papiere in der neuen VHS in Essen. In Hattingen arbeitet sie mit Schülern an den Farben des Waldes.

Hattingen..  Angelika Herker macht die Welle. Im Wortsinn. Sich aufzublasen, wäre nicht ihr Ding. Stattdessen bläst die Hattinger Künstlerin blau-grüne Wasserströme auf, leitet sie um mit geschickten Händen, formt den Verlauf des Wassers, der in ihrem Atelier im Schulenbergwald aber keinen nass macht. Diese Wasserspiele rauschen nicht wie ein klarer Gebirgsbach. Sie rascheln, wenn ihre Schöpferin das Papier knüllt und formt.

In Hattingen hat Angelika Herker zwar auch künstlerische Projekte am Start. So arbeitet sie mit Gymnasiasten der Waldstraße auch in diesem Schuljahr im Wald, in dem sie sich mit den Schülerinnen und Schülern auch viel bewegt. „Natur pur – Welche Farben hat der Wald?“ ist das Projekt überschrieben, das im Rahmen des Landesprogramms NRW, Kultur und Schule, bis Juni läuft mit Fünft- und Sechstklässlern. Außerdem ist sie als künstlerische Patin für ein Vorhaben im Stadtmuseum Blankenstein im Gespräch. Wer Arbeiten von ihr sehen möchte, muss sich derzeit aber in die Nachbarstadt Essen begeben.

Beispielsweise in die Neue Galerie der Volkshochschule Essen, wo am Samstag, 7. März um 15 Uhr ihre „Wasserlandschaften – Arbeiten mit Papier“ eröffnet werden. Kunsthistorikerin Ariane Hackstein wird in die Arbeiten einführen.

Ganz besonders freut sich die Hattinger Künstlerin auch auf „Lichtspiele – Wasserspiele“ im Rahmen der Sommerakademie der VHS Essen. „Aus dem gläsernen Regattaturm am Ufer des Baldeneysees beobachten wir die Natur: Tanzende Lichtreflexe, ständige Windbewegung und Farbwechsel machen die Wasserfläche zur Inspirationsquelle unserer Gestaltungen“, heißt es im Programm zum Workshop. Mit unterschiedlichem Material wie Transparentpapier, Kartonagen, Folien, deckenden oder durchsichtigen Papieren und Farben entdecken die Teilnehmer spielerisch die Elemente Licht und Wasser und gestalten fantasievolle Bilder und Objekte.

Ihre Objekte für die Ausstellung im März gestaltet Angelika Herker erst vor Ort. Einige in unterschiedlichen Farbschattierungen baumeln bereits von der Decke ihres Ateliers. In Essen sollen sie sich im Eingangsbereich mit dem jeweiligen Luftzug hin und her bewegen. Sie würden wohl auch kaum kaputtgehen beim Transport, sind aber viel zu voluminös. „Die bekäme ich ja in keinen Wagen“, lacht die Künstlerin. Fein säuberlich gestapelt, wird sie die dünnen bemalten Papiere, die auf der Unterseite geleimt sind, ins Auto packen und erst in Essen in Form knautschen. Wer auf glatte Flächen steht, kommt auch zum Zug: Interessenten können Bilder kaufen mit ihrer individuellen Lieblings-Welle.