Bistum will kreative Ideen fördern

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Was wir bereits wissen
Mit sechs Millionen Euro. Gemeinden sollen zukunftsfähige Projekte entwickeln. Den Anfang macht die Reihe „Anders-Gottesdienste“, die am Samstag beginnt.

Hattingen..  Sechs Millionen Euro will das Bistum Essen in den kommenden drei Jahren investieren. Zugute kommen soll das Geld seinen Gemeinden, die es für Projekte beantragen können. Ziel ist es, für die Gläubigen wieder attraktiver zu werden. Die Hattinger Pfarrei St. Peter und Paul hofft jetzt auf kreative Vorschläge aus den Gemeinden und geht selbst mit der Reihe „Anders-Gottesdienste“ voran.

Einerseits hat das Bistum erst Ende des vergangenen Jahres einen harten Sparplan verkündet – bis zum Jahr 2030 sollen die Gemeinden 50 Prozent ihrer Ausgaben einsparen. Andererseits werden nun Millionen Euro investiert. Kein Widerspruch, findet der Hattinger Pfarrer Winfried Langendonk: „Es geht um zwei unterschiedliche Dinge, Steine und Menschen“, erklärt er. Und eben in die Menschen will die Kirche investieren. „Wir wollen uns nicht kaputt sparen“, betont Langendonk.

Deshalb sollen nun gezielt Projekte gefördert werden, die das Zukunftsbild des Bistums unterstützen. Allerdings will der Hattinger Pfarrer „nicht auf Teufel komm’ raus Projekte erfinden“. Denn zukunftsfähige Ideen sind gefragt – kann die Unterstützung vom Bistum doch nur eine Anschubfinanzierung sein, „keine Dauerfinanzierung“. Aber sie schaffe einen Anreiz, noch einmal intensiv nachzudenken, betont Langendonk.

Ein Projekt, das künftig von der Finanzspritze profitieren könnte, startet bereits an diesem Wochenende. Mit der Reihe „Anders-Gottesdienste“ will Pastoralreferent Udo Kriwett der Entwicklung entgegenwirken, dass immer weniger Menschen in die Kirche kommen. Eine Erhebung im November hatte gezeigt, dass nur 8,39 Prozent der 17 851 Hattinger Katholiken einen Gottesdienst besucht hatten. Deshalb soll es nun Gottesdienste an besonderen Orten geben. „Man muss nicht immer in der Kirche sitzen. Da ist die Schwelle viel höher, und wer einmal gegangen ist, kommt nicht unbedingt wieder“, findet Kriwett.

Am Samstag, 31. Januar, geht es deshalb unter dem Motto „Ankommen/Anbeten/Angrillen“ in den Pfarrgarten von St. Peter und Paul an der Bahnhofstraße. Mitten im Gottesdienst gibt es Glühwein, Punsch und Gegrilltes. „Und jeder kann sich selbst einbringen, statt nur zuzuhören“, freut sich Kriwett.

Acht Termine für Gottesdienste, die eben anders sind, stehen bereits fest. Darunter auch ein Rockgottesdienst im Februar in der Kirche Heilig Geist in Winz-Baak. „Der wird laut und fromm.“ Ein paar Bänke müssen zugunsten einer Tanzfläche weichen. „Dann soll vor Freude getanzt und gesprungen werden – und warum nicht zu „Sympathy For The Devil’?“