Bewährungsstrafe nach Kirmes-Prügelei in Hattingen

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Was wir bereits wissen
Ein 23-Jähriger hatte einem Bekannten in Hattingen die Nase blutig geschlagen. Das Gericht verhängte ein mildes Urteil – trotz Vorstrafen.

Hattingen..  „Es war mein erster Rückfall nach der Alkohol-Therapie und dann ist alles eskaliert.“ Einsichtig zeigte sich der Angeklagte vor dem Hattinger Amtsgericht. Der 23-Jährige Essener musste sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Bereits mehrfach einschlägig vorbestraft, wurde er nun zum ersten Mal nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt. Und obwohl unter laufender Bewährung, kam er mit einem milden Urteil davon – ein Jahr Freiheitsstrafe, auf Bewährung.

Am Kirmesabend des 7. Septembers war der arbeitslose 23-Jährige in eine Schlägerei auf der Welperstraße verwickelt. Er war in einer Gruppe unterwegs, wobei er zuerst einen seiner Begleiter mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Als ein Freund zu Hilfe kam, musste auch der Schläge einstecken und trug eine blutende Nase davon. Die Anklage warf dem Essener sogar vor, seinem Opfer einen Kniestoß ins Gesicht verpasst zu haben. Daran aber wollten sich weder der sonst geständige Angeklagte, noch die Zeugen erinnern. „Ich habe einen draufgekriegt. Er hat sich entschuldigt und damit war die Sache für mich geklärt“, betonte der erste Geschädigte. Er habe nicht einmal eine Schramme gehabt, nur etwas Kopfschmerzen. Unisono auch der zweite Geschädigte: „Ich hab was auf die Nase gekriegt. Beim Arzt war ich aber nicht.“ Alle Beteiligten seien betrunken gewesen und nach der Entschuldigung sei auch für ihn „die Sache gegessen.“

So blieb eine einfache Körperverletzung in zwei Fällen. Und trotz einschlägiger Vorstrafen wertete das Gericht das Geständnis, die Entschuldigung, die Tatsache, dass beide Opfer keine bleibenden Verletzungen davontrugen und die alkoholbedingte Enthemmung als strafmildernd. Weil der Angeklagte im August eine Ausbildung beginnt, folgte es dem Antrag der Staatsanwaltschaft: ein Jahr zur Bewährung – mit der Auflage, dass der 23-Jährige erneut eine Therapie gegen sein Alkoholproblem machen muss.