Betrügerin kauft in einem Monat für 5700 Euro ein

Was wir bereits wissen
Die Waren des Online-Händlers verkaufte sie weiter. Gericht verhängt Bewährungsstrafe.

Hattingen..  Eine schnelle Methode, etwas dazuzuverdienen, hatte sich eine in Geldnot geratene 27-Jährige Hattingerin überlegt. Dafür brauchte sie lediglich viele verschiedene E-Mail-Adressen. Außerdem setzte sie auf die Unaufmerksamkeit beim Versandhändler Zalando. Weil sie sich dabei verrechnet hatte, flog ihr Betrug auf. Das Ergebnis: ein Jahr und zwei Monate Haft auf Bewährung.

Vor dem Amtsgericht musste sich die junge Frau am Mittwoch verantworten. Ihr wurde gewerbsmäßiger Betrug in 27 Fällen vorgeworfen – in 17 Fällen war es beim Versuch geblieben. Ihre Masche: Sie bestellte unter zig verschiedenen und extra für diesen Zweck angelegten E-Mail-Adressen bei dem Online-Versand Waren. Die konnte sie nicht bezahlen – schon zuvor hatte sie eine eidesstattliche Erklärung abgeben müssen –, verkaufte die Waren aber weiter. „Im Bekanntenkreis für etwa die Hälfte des Einkaufswertes“, sagte sie. Insgesamt, so die Staatsanwaltschaft, entstand so ein Schaden von fast 5700 Euro. Und das innerhalb nur eines Monats.

„Ich habe das aus Geldnot getan“, gestand die Hattingerin vor Gericht. Sie habe sich ein Jahr zuvor 2500 Euro geliehen – „weil ich einen größeren Schaden am Auto hatte“. Ende 2013 hätten ihre Gläubiger dann massiv Druck gemacht. „Sie haben gedroht, meiner Familie etwas anzutun. Sie wissen wo meine Eltern und mein Bruder arbeiten.“ Bei den Eltern habe sie sich nicht zu fragen getraut: „Dann hätte ich wieder Schläge von meinem Vater gekriegt“, sagte sie kleinlaut.

Deshalb sei die zahnmedizinische Fachangestellte auf die Idee mit dem Online-Versand gekommen. Funktioniert hatte ihr Betrug in zehn Fällen. Die anderen Male hatte Zalando Verdacht geschöpft und die Bestellung storniert. Für die ausgelieferten Waren habe die Angeklagte Abnehmer im Bekanntenkreis gefunden. Sie habe überlegt, wer welche Statur hat und dann auf Verdacht in den entsprechenden Größen geordert. Auf Bestellung habe sie dabei aber nicht gehandelt, versichert sie.

Weil sie strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getreten und geständig war, entschied das Schöffengericht auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten und blieb damit leicht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einem Jahr und vier Monaten. Den Schaden muss die 27-Jährige „nach besten Kräften wiedergutmachen.“