Betroffenheit über Flugzeugabsturz

Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Schulleiter des Gymnasiums Waldstraße ist mit gemischten Gefühlen unterwegs nach Madrid. Eine Schülerin sorgt sich um ihren Bruder. Gedenkminuten in Schulen.

Hattingen..  Der Flugzeugabsturz in Spanien geht auch in Hattingen vielen Erwachsenen und Jugendlichen an die Nieren. Schulleiter Dr. Heinz Niggemann ist jetzt mit gemischten Gefühlen in den Flieger gestiegen, um heute in Madrid seine Schüler zu sehen, die er sowieso an diesem Tag getroffen hätte. Und Heike Biyiklis Sohn – sie ist Kassiererin im Förderverein der Gesamtschule – ist zwar nicht in Spanien zum Schüleraustausch, sondern in Italien – aber unterwegs mit der gleichen Airline, deren Flieger abgestürzt ist.

Angst direkt hat Schwester Johanna nicht um ihren Bruder. Sie hat mit ihrer Mutter darüber gesprochen, wie unwahrscheinlich ein erneutes Unglück ist. Aber Sorgen macht sich die 15-Jährige um ihren zwei Jahre älteren Bruder schon. Über das Unglück hätten Lehrer und Schüler in beiden Gebäuden der Schule an der Marxstraße und Lange Horst gesprochen, erzählt die Hattingerin, es habe Gedenkminuten gegeben. Die Zehntklässlerin hat in Gesellschaftslehre mit anderen über den Absturz und die möglichen Ursachen diskutiert. Nicht nur Austauschschüler aus Italien werden am Wochenende in Hattingen zurückerwartet, sondern auch Gesamtschüler, die in Polen unterwegs sind.

Oder in Madrid. Der spanischen Hauptstadt statten derzeit Schüler vom Gymnasium Waldstraße einen Besuch ab. Schulleiter Dr. Heinz Niggemann war am Donnerstag nicht mehr in Hattingen erreichbar. Der Chef des Gymnasiums an der Waldstraße besucht die Schüler, die im Rahmen eines Austauschprogramms mit Spanien in Madrid sind. Und kehrt mit ihnen gemeinsam am Wochenende nach Hattingen zurück.

Im Gymnasium vor Ort wurde derweil, wie in Holthausen und der Gesamtschule Welper, eine Gedenkminute für die Opfer des Absturzes eingelegt. Die Motto-Woche der Abiturienten fand an der Waldstraße dennoch statt. Sie liefe bereits, so die stellvertretende Schulleiterin Claudia Bering, und wurde kurzfristig nicht mehr gestoppt.

Wie es den Oberstufenschülerinnen und -schülern aus Hattingen in Madrid geht, wie diese sich mit dem Flugzeugabsturz in Spanien auseinandergesetzt haben, darüber hat Claudia Bering noch keine Rückmeldung. Unterwegs in Madrid sind Oberstufenschüler der ersten Qualifikationsstufe. Die Gymnasiasten in Hattingen gedachten derweil jeweils in ihren Klassen der Opfer des Absturzes.

In Holthausen trafen sich Gymnasiasten und Realschüler mit Lehrern auf dem Hof zur Gedenkminute. Darunter Susanne Borgmann, die mit Siebtklässlern in Philosophie vorher „was ganz anderes gemacht“ hatte und nun auf die WAZ-Berichterstattung hinwies.