Bestatter kritisieren Hattinger Online-System

Isabel Neumann, Junior-Chefin des Bestattungsunternehmens Stratmann, zeigt das neue Online-System.
Isabel Neumann, Junior-Chefin des Bestattungsunternehmens Stratmann, zeigt das neue Online-System.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Seit Anfang April sollen Termine für Beerdigungen im Internet reserviert werden. Doch noch gibt es erhebliche Probleme bei der Umsetzung.

Hattingen..  Dass die Grabart wählbar sein sollte bei der Online-Reservierung von Bestattungsterminen, das möchte Bestatterin Thekla Schwiese mit in die nächste Runde von Stadt und Bestattern am 12. Mai nehmen. „Noch muss man das im Fließtext angeben“, erklärt sie. Nicht alles läuft rund in der Erprobungsphase des Online-Reservierungssystems, die seit dem 1. April läuft.

Claudia Pluta vom Beerdigungsinstitut Sinzel beispielsweise hat Ärger mit ihrer Anmeldung im System. „Ich habe die Zugangsdaten überhaupt erst am Karsamstag, also am 4. April, per Post erhalten. Bei uns ist dann alles schief gelaufen. Wir kamen mit den Daten gar nicht ins System. Und bislang ist auch noch keine Lösung da“, erzählt sie.

Heinz Raguse hat bislang das System noch gar nicht getestet. „Wir arbeiten im Moment weiter mit der Zettelwirtschaft, gehen auf Nummer sicher“, sagt er. Zettelwirtschaft heißt: An einem Schwarzen Brett auf dem Friedhof Welper hängt ein Plan, in den an Wochenenden und Feiertagen die Bestatter, die eigens dafür einen Schlüssel erhielten, ihre Wunschzeiten eintragen. Am folgenden Werktag müssen die Termine telefonisch bestätigt werden.

Keine Zugangsdaten

Noch gar keine Zugangsdaten für die Online-Reservierung hat Sabine Werner von Bestattungen Triestram: „Die Veranstaltung der Stadt konnte ich leider nicht besuchen, ich habe bis jetzt noch keine weitere Information, werde aber bei der Stadt anrufen“, sagt sie.

Peter Neumann von Stratmann Bestattungen ärgert sich über die Aussage der Stadtsprecherin im WAZ-Artikel, dass über die Sonn- und Feiertage seitens der Bestatter sowieso Aktionen wie Blumenbestellung, Anzeigen schalten, Totenbriefe schreiben nicht erledigt werden könnten. „Natürlich können solche Dinge erledigt werden. Anzeigen kann ich sonntags mailen, die erscheinen dann am nächsten Tag in der Zeitung. Und natürlich könnte ich zum Beispiel auch samstags Blumen bestellen, Termine mit einem Pastor ausmachen.“ Das alles ginge aber nicht, so sagt auch Claudia Pluta, so lange nicht die endgültige Zusage der Stadt da sei.

Alle Bestatter seien zum Informationsgespräch über die Online-Reservierungsmöglichkeit eingeladen worden, so Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Anwesende hätten die notwendigen Passworte auch gleich erhalten, gibt sie an. Die Erprobungsphase sei dazu da, Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Am 12. Mai würden alle Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet.