Bergbau-Geschichte in Bredenscheid

Der Kohle auf der Spur: Uwe Peise leitete die bergbaugeschichtliche Wanderung rund um Bredenscheid.
Der Kohle auf der Spur: Uwe Peise leitete die bergbaugeschichtliche Wanderung rund um Bredenscheid.
Foto: FUNKE Foto Services
Wanderer entlang der Bahntrasse entdecken den Stollen Braut und mehr.

Hattingen..  „Den Anfang des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet haben wir um Jahrhunderte verpasst, das Ende werden wir 2018 miterleben“, sagt Uwe Peise vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier, Arbeitskreis Hattingen. Die Zeit dazwischen hat Spuren hinterlassen. 30 Teilnehmer machten sich mit dem 45-Jährigen auf die Suche ab Spielplatz Bredenscheid, wo der Sechs-Kilometer-Rundgang auch endet.

Zu Beginn gab es eine geologische Wissensauffrischung: wie die Kohle durch den Kontinentaldrift entstand, durch die Absenkung von Sumpfwäldern, wie sich Kohleflöze bildeten und Richtung Norden aufgefaltet wurden. „Die Flöze haben eine unterschiedliche Höhe“, erklärt Peise. In Hattingen gebe es Verwürfe von bis zu fünfhundert Metern.

Dass der Bergbau hier auf Interesse stößt, zeigt die Bergbauausstellung im Bügeleisenhaus. Über sechshundert Besucher waren seit der Eröffnung dort. „Bei der Wanderung geht es etwas praktischer zu“, findet Lars Friedrich vom Heimatverein.

An der B51 macht Uwe Peise die Wanderer auf den Stollen Braut aufmerksam. Der diente der Zeche Johannessegen als Wasserstollen: Beim Kohleabbau wurde bei zunehmender Tiefe ein Abfluss gebraucht, damit kein Brunnen entstand. „Abfließendes Stollenwasser erkennt man an seiner rostfarbenen Färbung“, weiß Peise. Durch Gesteinsrisse steigt eisenhaltiges Wasser auf, wodurch die Färbung entsteht. Der Stollen Braut dient zur Entwässerung des umliegenden Grubenfelds. „Wenn man hier wohnt, sollte man so etwas wissen“, findet Ursula Bebko (57). „Der Bergbau ist schließlich prägend für unsere Gegend.“

Durch die Bahntrasse sind die Höhen, Eggen, angeschnitten worden und lassen die Gesteinsschichten erkennen. Während Ruhrsandstoff ein vortrefflicher Baustoff ist, erodiert Tongestein an der Oberfläche schneller. Steinmetze freuen sich vor allem über massive Sandsteinblöcke. In einigen erkennt man Riffelungen, Drifthölzer haben Abdrücke hinterlassen. Johannessegen, die letzte große Zeche, wurde zwar 1921 geschlossen, aber überall finden sich noch Spuren des Bergbaus.