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Bekannte treffen im AWO-Café

01.10.2012 | 21:00 Uhr
Bekannte treffen im AWO-Café
Silvia Zettel (52) arbeitet ehrenamtlich im Cafe des Emmy Kruppke Seniorenzentrums in Welper, am Tisch sitzen Doris Breucker (76), Edith Slotta (76) und Anna Popp (74).Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.  Ehrenamtliche suchen dringend Helferinnen zur Verstärkung.

Die sind ja vielleicht lustig. Direkt am Eingang zum Café steht ein hölzerner Geselle und hält die Hand auf. Wer ihm beim Rausgehen ein Trinkgeld reinlegt, kann aber sicher sein: Die Frauen, für die er die Hand aufhält, haben es mehr als verdient. Schiebt das Team der Arbeiterwohlfahrt Welper doch Schichten an der Kaffee- und Kuchenfront, die vom zeitlichen Aufwand mit Vorbereitung und Aufräumen stark an einen Arbeitstag heranreichen.

Für Gotteslohn. Ob Einkauf oder Buchhaltung: Die Mannschaft, oder vielmehr Frauschaft um Silvia Zettel macht alles selbst. Bis auf die leckeren Torten. Die werden nicht im heimischen Herd gebacken, sondern im Café Prütt geholt oder gebracht – je nachdem, ob Wochentag oder Wochenende ist. Lauter so „gefährliche Sachen“ wie Käsesahne, Schokosahne, Toffifeetorte oder Obstkuchen der Saison, lacht die Vorsitzende der AWO Welper. Drei, vier gehen am Wochenende über die Tische. Unter der Woche ist es die doppelte Menge. Das Stück für zwei Euro. So viel kostet auch ein Kännchen Kaffee. Nach trockenen Rührkuchen verlangt es hier niemand. Sechs feste Kräfte und vier Frauen, die einspringen bei größeren Festivitäten oder wenn mal eine ausfällt, schmeißen den Laden von 11 bis 18 Uhr. Montag und Samstag sind schwache Tage. Aber am Sonntag, wenn auch der Besuch fürs Heim kommt, werden vier Hände gebraucht. Zu wenig Helferinnen also. Deshalb sucht die AWO dringend Verstärkung. Sowas wie Rente kennen die Damen auch nicht.

Hannelore Masa beispielsweise hatte sich eigentlich zurückgezogen. Nach 16 Jahren und im Alter von 77 glaubte sie, „es ist genug“. Doch sie spielt immer wieder Feuerwehr, weil zu wenig Helferinnen da sind. Und die Waffeln, die sie von Oktober bis April regelmäßig backt, sind sowieso die besten, so dass sie das Eisen gar nicht aus der Hand geben kann. Fünf bis sechs Pfund Mehl werden jedes Mal gebraucht für 60 bis 80 Stück, die mit Sahne, Kirschen und Eis vertilgt werden.

Seit 15 Jahren betreiben die AWO-Frauen das Café im Emmy-Kruppke-Seniorenzentrum. Ob 75. oder demnächst ein 100. Geburtstag – gefeiert wird im Café, wo es auch Tanzveranstaltungen gibt.

Anna Popp lässt sich den Kaffee schmecken. Auch Walter und Christel Wagner, 79 und 76 Jahre alt, sind regelmäßige Gäste im Café. „Hier ist es gemütlich zu sitzen, die Bedienung ist nett“, sagt das Paar. Ihnen gefällt, dass sie viele Bekannte treffen. Da sie in der Nähe wohnen, ist es kein Problem, regelmäßig vorbeizuschauen.

Brigitte Ulitschka



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