Bei guter Infrastruktur die Natur erleben

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Was wir bereits wissen
Familien in Niederwenigern schätzen, dass das Dorf viel bietet - und sie trotzdem in der Landschaft spazieren können. Für einige Rentner ist das Mittagessen im Bistro 31 fester Tagestermin.

Hattingen..  „Der Dorfpolizist ist gerade unterwegs“, informiert Daniela Sciborski (30), die mit ihrer Bekannten Simone Obermeyer (42) an den beiden Bänken unter Bäumen in der Isenbergstraße steht. Obermeyers Hündin Elly ist dabei. Die Töchter der beiden Frauen, Kim und Lucy, sind gerade aus der Schule gekommen.

Daniela Sciborski ist in Niederwenigern groß geworden, Simone Obermeyer aus Essen zugezogen. Beide schätzen das „Dorf“, weil hier noch die Kinder alleine zur Schule gehen können, weil „die Infrastruktur gut ist“, sagt Simone Obermeyer. Kindergarten, Schule, Schwimmbad im Heidehof mit Kinderschwimmkursen, Sportangebote, Apotheke, Ärzte, Schuster, Autohaus, Haushaltswaren-, Geschenkeladen, Post, Polizei, alles da. Sogar eine ehrenamtlich betreute Stadtbücherei mit Stühlen noch im Orange der 1960/1970er Jahre, gut sortiert und mit einem Teller Süßem für Kunden an der Ausleihe. Zweimal die Woche ist sie geöffnet, Doris Stiepert (49) engagiert sich hier.

Von der Bücherei schlendert es sich schnell hinauf zum großen Spielplatz und weiter durch eine beschauliche Siedlung hinunter „Zum Blauen Ochsen“ mit Blick hoch zum Bahrenberg. Idyllisch ist die Gegend. Der Name Bahrenberg fällt oft, fragt man Passanten nach einem Spaziergebiet. Nicht nur gewandelt ist hier ein 87-Jähriger, der nur seinen Nachnamen nennt, Tackenberg: „Da hatten wir als Kinder eine Bude, haben über einer Feuerstelle gekocht, meine Cousine war dabei, meine spätere Frau auch.“

Jetzt um knapp vor Mittag betritt er das Bistro 31 im St. Elisabeth-Krankenhaus. Er ist einer von den Stammgästen, die Eva-Maria Coen (57) gut kennt: „Wir haben viele Rentner, die immer kommen. Viele duzen uns schon.“ Und immerhin gibt es das Drei-Gänge-Menü für 5,80 Euro. „Das schmeckt wirklich gut“, sagt ein Gast, der seine Frau aus Hilden öfter in die Klinik begleitet. Er lobt die „ungewöhnliche Freundlichkeit im Bistro“. Noch einen weiteren Tipp hat er: „Die Pizza in der Pizzeria hier gleich um die Ecke ist ausgezeichnet. Mamma bedient selbst. Herrlich“, schwärmt er.

Wem nach der Pizza nach Bewegung ist, kann die Turmstraße entlang spazieren, von oben bietet sich eine tolle Aussicht bis hin zur Essen-Burgaltendorfer katholischen Kirche. Die Turmstraße ist das Lieblingsspaziergebiet von Claudia Timmer (48) und Beagle Luna: „Oft treffen wir uns mit mehreren Hundebesitzern.“ Wer Ruhe und Besinnung sucht, muss aber nicht so weit gehen. Idyllisch sind die beiden Friedhöfe. Still ist es auch in der Siedlung rund um die Jugendherbergstraße, an deren Ende linker Hand Tennisplätze, rechter Hand Schafe im winterlichen Weiß liegen. Wem dann doch mal nach weniger Ruhe und mehr Trubel ist, der ist von Niederwenigern aus schnell „in Essen oder Hattingen“, so Simone Obermeyer. Wer mag, kann sogar an der Ruhr entlang hin spazieren.