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Türöffner-Tag

Baumrinde, älter als die Dinosaurier

03.10.2012 | 22:00 Uhr
Baumrinde, älter als die Dinosaurier
Lars Friedrich zeigt ein versteinertes Stück Rinde.Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.   Kinder auf Entdeckungstour im Bügeleisenhaus.

Wenn die Maus ruft, dann kommen die Fans aus allen Himmelsrichtungen. Kevin (8) aus Düsseldorf drängt sich neben Jan (10) aus Wermelskirchen, Nikolai (3) und Ferdinand (5) aus Paderborn und Luisa (8) aus Velbert. Ungeduldig warten alle vor der rot-weißen Kette. Sie sperrt die schmale Treppe ab, die in den verborgenen Teil des Bügeleisenhauses führt. Und dann geht es los! Zum Türöffner-Tag der „Sendung mit der Maus“.

„Wir sehen jetzt Räume, die man sonst nicht sehen kann“, erklärt Kurator Lars Friedrich und Kevin ist sofort Feuer und Flamme. „Cool“ und „Wow“ entfährt es ihm, während Friedrich erklärt, dass man aufpassen muss, auf den unebenen Treppen nicht zu stolpern. Jetzt geht’s nach oben.

Erster Halt: das Magazin. Hier lagern Dinge, die gerade nicht ausgestellt werden. „Das sind aber viele Sachen“, staunt Kevin. Und dann drängen sich die Kinder ganz dicht um den Kurator, als er aus einer Ecke des kleinen vollgepackten Raumes Knochen und Zähne hervorzaubert. Kevin darf die 800 Jahre alten Wildschweinzähne in der Hand halten. „Sind die echt“, raunt er. Sind sie. Und die Kinder machen große Augen.

Jetzt ist Jan dran. Lars Friedrich zeigt ihm einen roten Eimer, „aus angestrichener Leinwand“, erklärt er. Und wofür war der gut? „Für einen Brunnen“, rät der Zehnjährige. Stimmt. Aber es kommt noch besser: „Das ist ein Feuerwehreimer“, löst der Kurator auf und macht eine Bewegung, als würde er Wasser ausschütten.

Und dann geht es weiter. Vor der großen Holztür stoppt Friedrich, denn zur nächsten Station geht es hier hindurch und noch höher. Auf den Dachboden. Die Treppe wird schmaler, die Decke niedriger. „Auf dem Dachboden ist es rumpelig und staubig, also jetzt bloß nicht pusten, sonst sehen wir nichts mehr“, ermahnt Lars Friedrich schmunzelnd. Für den Staub haben Ferdinand und Nikolai aber gar keine Augen. Sie bestaunen die alten Spindeln, die versteckt in einer Ecke liegen.

Dann ist die andere Seite des Bodens dran. An aufgehängten Karten vorbei drängen sich die Kinder um Lars Friedrich. Er zeigt gerade eine prähistorische Baumrinde. „Schau mal, die ist ganz schwer“, sagt er und wieder kann Kevin glänzen. „Die ist zu Stein geworden“, vermutet der Achtjährige. Stimmt. Und sie ist noch älter als die Dinosaurier. Da staunen die kleinen Maus-Fans.

Plötzlich knackt es laut. Es knarzt und knirscht als sich alle ein Stück bewegen. Erschrocken bleiben die Kinder stehen und rühren sich nicht von der Stelle. „Das muss euch nicht beunruhigen. In einem so alten Haus kann das vorkommen“, erklärt Kurator Friedrich lachend. Durch die Decke kracht heute niemand. Nach unten geht es über die Treppe – wenn auch rückwärts und ganz langsam, denn es ist wirklich eng hier oben.

Der letzte verborgene Raum befindet sich im Anbau des Bügeleisenhauses. Direkt über den Ausstellungsräumen liegt der Vereinsraum des Heimatvereins. Und die Kinder, die sich gerade vom Schrecken erholt haben, können nun ihrerseits jemanden erschrecken, als Lars Friedrich eine Klappe im Boden öffnet. Da staunen die Besucher der Steinzeit-Ausstellung nicht schlecht, wer dort plötzlich aus der Decke guckt. Aber weil sich die Exponate viel besser von unten bestaunen lassen, endet die Tour in die sonst verborgenen Winkel des Bügeleisenhauses an dieser Stelle. Alle stapfen nach unten und die weiß-rote Kette wird wieder vor die enge Treppe gespannt.

Sabine Weidemann



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