Bangen um die Hundewiese
26.08.2012 | 19:40 Uhr 2012-08-26T19:40:00+0200
Hattingen. „Wenn sich nichts ändert, ist unsere Hundewiese bald tot“, regen sich die Versammelten auf.
Es geht um das Gebiet am Kemnader See, das zwischen dem Mühlengraben in Witten-Herbede, der Ruhr und der Autobahnbrücke der A43 liegt. Bisher konnten Hunde auf dieser Wiese, die von beiden Seiten mit Wasser umschlossenen ist, frei laufen. Doch nun ist dort ein neuer Weg für Inlineskater geplant.
„Zunächst wurde ein Plan eingereicht, mit dem alle glücklich waren, doch dann wurde auf einmal beschlossen, den Weg für Inlineskater zu ändern und ihn mitten durch die Hundewiese führen zu lassen. Wenn das passier, wird uns das Paradies für Hunde genommen“, sagt Petra Jannen (48), die hier seit mehreren Jahren mit ihrem Labrador-Riesenschnauzer Mango spazieren geht. Um sie herum toben, buddeln, schnüffeln die Hunde, wälzen sich zufrieden auf dem Rücken und bellen auffordernd zum Spielen. „Wir zahlen doch wohl genug Hundesteuern“, findet Petra Jannen.
Aber allen ist klar: Wenn hier bald wirklich Inlineskater lang fahren, können die Hunde nicht mehr ohne Leine laufen, dann ist es für alle zu gefährlich. Hunde werden womöglich über den Weg rennen und Inlineskater könnten dadurch stürzen, auch die Vierbeiner könnten sich verletzen, wenn sie angefahren werden. Die Wiese ist zudem so beliebt, weil die Hunde vom flachen Ufer im Mühlengraben schwimmen können. „Auf der anderen Seite fährt aber die Schwalbe auf der Ruhr, das ist zu riskant die Hunde dort ins Wasser zu lassen“, so Petra Jannen.
Ein Zwölf Kilometer langer Rundkurs
Der geplante Skater-Weg soll unter der Autobahnbrücke hindurch, an den Weg zum Kemnader See anschließen. Der Bau der Bahn soll die Konflikte zwischen Fußgängern, Radlern und Skatern entschärfen, heißt es in der Beschreibung des Projekts „Ruhr-In-Line“ vom Freizeitzentrum Kemnade. Der Regionalverband Ruhr (RVR) ist mehrheitlich daran beteiligt. Der zwölf Kilometer lange Rundkurs soll den Kemnader See als Ausflugsziel noch beliebter machen, eine Solarbeleuchtung ist zudem geplant.
Auch die Hundebesitzer finden den Plan an sich gut. „Wir möchten nicht falsch verstanden werden. Wir haben nichts gegen Skater, ein neuer Weg ist eine tolle Sache, nur eben nicht durch die Hundewiese“, betont Petra Jannen. Unverständnis kommt auch daher: „Auf der anderen Seite des Mühlengrabens befindet sich bereits ein gerader, asphaltierter Weg, wo schon Inlineskater fahren.“
Hundebesitzer Jürgen Weiß findet den geplanten Weg ohnehin unsinnig. „Die Skater müssen über die Lakebrücke fahren, das ist ein absoluter Engpass, und dann schließlich an der Autobahnbrücke entlang.“ Dort führt eine Rampe die Skater erst steil hinauf dann wieder steil hinunter – zusammen mit Radfahrern und Fußgängern. Wegen des Kunststoff-Bodens können Skater dort schlecht bremsen, rutschen aus. Wenn sie sich am Geländer festhalten, bekommen sie einen Schlag verpasst.
Ein 20-jähriger Mann mit Inlineskates fährt dort lang. „Ich kann mir vorstellen, dass es die Hundebesitzer stört, wenn auf der Wiese bald Skater fahren“, sagt er, „Mir reicht es vollkommen, nur um den Kemnader See zu fahren, einen zusätzlichen Weg brauche ich hier nicht.“
Der Fußgänger Rainer Bölte (64) findet: „Statt neue Wege zu bauen, könnten sie lieber dafür sorgen, dass die alten in Ordnung bleiben. Die Straße Brückenkamp, nahe der Seestraße, ist nämlich total mit Unkraut zugewachsen.“
18:28
lasst sie woanders kacken.
05:25
Für 140€ Hundesteuer im Jahr haben die Leute mit ihren Vierbeiner doch einen Anspruch auf einer Hundewiese, oder Hundesteuer abschaffen und die Skater besteuern.