Balladen von Liebe und Hoffnung
12.02.2012 | 19:17 Uhr 2012-02-12T19:17:00+0100
Hattingen. Mit Pop- und Rocksongs faszinierte Anne Haigis am Freitagabend das Publikum im ausverkauften Alten Rathaus.
Mit Pop- und Rocksongs faszinierte Anne Haigis am Freitagabend das Publikum im ausverkauften Alten Rathaus.
Sie gehört seit den 80er Jahren zu den Stars der deutschen Popmusik: Anne Haigis. Und an diesem Abend im Alten Rathaus ist sie nicht nur Sängerin, sondern auch Mäzenin für die junge Sängerin Anika: Die Newcomerin, die Anne Haigis vor sechs Jahren bei einem ihrer ersten Auftritte in einem Bonner Café kennen gelernt hat, präsentiert sich dem Hattinger Publikum mit drei eigenen Songs – „Aus dem Off“, „Verkehrt“ und „Perfekt“ –, die das Scheitern an den eigenen Ansprüchen thematisieren.
Dann übernimmt Anne Haigis. Romantische Balladen über eine gescheiterte Liebe und über Hoffnungen und Träume, die auch für ein „Kind der Sterne“ nicht immer in Erfüllung gehen, atmen die Aufbruchstimmung der 70er und frühen 80er Jahre, die Anne Haigis mit ihrer klaren und doch warm überhauchten, expressiven Stimme wieder aufleben lässt.
Trude Herrs bewegende Liebeserklärung an ihren verstorbenen Vater interpretiert sie mit so feinen Nuancen ihrer bebenden, ausdrucksvollen Stimme, dass es jedem Zuhörer unter die Haut geht. „Einfach toll, der Titel hat mich doch sehr berührt“, meinte ein Fan spontan. „In der „Nacht aus Glas“ zeichnet Anne Haigis zu den in leiser Melancholie präludierenden, gelegentlich grell aufbegehrenden Akkorden ihres Gitarristen Jan Laaks in tiefen, kraftvollen und doch so zerbrechlich wirkenden dunklen Bluestönen die nächtlichen Ängste der Autorin Trude Herr nach, die diesen Song kurz vor ihrem Tod schrieb.
Verlustängste beschreibt die große musikalische Erzählerin mit der fesselnden Stimme und bezwingenden Bühnenpräsenz auch in dem Blues „Can’t let go“, aus dem ahnungsvoll das Ende einer Liebe klingt. In dem Song „A paper aeroplane“ beklagt ein Mann den Verlust seiner Frau beklagt, die er durch das Sammeln von Erinnerungsstücken bei sich halten will.
Doch auf Tiefen folgen auch wieder Höhen, und mit Jason Mraz’ Song „Life is wonderful“ reißt die Interpretin das Publikum aus der deprimierten Stimmung heraus in pralle, überschäumende Lebensfreude. Daran kann auch ein Urlaubsflirt, von dem nichts bleibt außer „Tennessee Tears“, nichts ändern. Der Abend endet Bonnie Raitts Geschichte über zwei Menschen, deren Liebe alle anderen vor ihnen gemerkt haben.
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