Awo-Freunde-Verein ist insolvent

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Was wir bereits wissen
Begegnungsstätte in Welper bleibt vorerst eine Bauruine. Insolvenzverwalter ist bestellt. Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden.

Hattingen.. „Das alles ist eine Katastrophe“, sagt Wolfgang Zimmermann. Er ist Mitglied im Verein Freunde der Awo Welper. Der ist nun insolvent. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Marc d’Avoine aus Wuppertal.

„Im Dezember kam eine Rechnung, die konnten wir nicht mehr begleichen“, so Zimmermann. Zum Hintergrund: Der Verein unterhielt eine Begegnungsstätte, 2011 umbenannt in August-Zimmermann-Begegnungszentrum, Marxstraße 41. Das Grundstück gehört dem Verein, das Wohn- und Geschäftshaus baute ein Dritter, der Erbpacht an den Verein zahlt, der wiederum das Nutzungsrecht an den Räumen der Begegnungsstätte hat.

Der Verein wollte dann 2011 das Zentrum nach einem Nachbarschaftsstreit schallisolieren und die ohnehin notwendige Grundsanierung angehen. Dafür gab es Fördergelder von den Stiftungen Wohlfahrtspflege NRW und Deutsches Hilfswerk. Der damalige Vorsitzende Detlef Perner plante die Arbeiten. 2012 erwirkte die Hauseigentümerin aber einen Baustopp. „Grund für die Insolvenz ist der Umstand, dass Detlef Perner in großem Umfange öffentliche Mittel, die zur Sanierung der Räumlichkeiten bestimmt waren, unberechtigt an sich selbst ausgezahlt hat“, so die jetzigen Vorstandsmitglieder Sarah Zettel, Wolfgang Zimmermann und Hans-Georg Harms. Von 126 000 Euro ist die Rede. Der Verein erstattete 2013 Strafanzeige gegen Perner, wählte ihn als Vorsitzenden ab. „Das Geld ist weg“, so Zimmermann. Die Stiftungen konnten gestern keine Stellungnahme liefern. Das Verfahren gegen Perner ist wegen eines anderen anhängigen Verfahrens zurückgestellt.

Am gestrigen Donnerstag räumte der Vorstand des Vereins, dem noch gut 30 Mitglieder angehören, einen Container aus, schaffte das Mobiliar zurück in die Bauruine. „Der Container kostet 95 Euro im Monat, das können wir nicht mehr bezahlen“, so Zimmermann. Der Vorstand findet es erstaunlich, dass die Sparkasse Hattingen Perner hohe Geldbeträge übertragen ließ, obwohl „der Sparkasse die Vereinssatzung vorlag“, in der stehe, dass Perner allein über maximal 500 Euro verfügen dürfe.

Dazu Udo Schnieders von der Sparkasse: „Wir haben auf Basis gültiger Vereinbarungen und Verträge gehandelt.“ Der Insolvenzverwalter ist derweil mit Ermittlungen befasst: „Bis die abgeschlossen sind, wird es einige Wochen dauern“.