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AWO 90 Jahre Helfer in der Not

04.10.2012 | 19:00 Uhr
AWO 90 Jahre Helfer in der Not
Vorsitzende Anita Brückner.Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.   Die AWO Winz-Baak feiert am 20. Oktober. Ungeahnte Probleme beim Einsatz für andere.

Die Arbeiterwohlfahrt Winz-Baak feiert am 20. Oktober Geburtstag. Seit 90 Jahren setzen sich die Mitglieder dafür ein, zu helfen, wo Hilfe benötigt wird. „Das macht Spaß, weil wir immer helfen konnten“, freut sich Anita Brückner, Vorsitzende des Ortsvereins Winz Baak und des AWO-Stadtverbandes. An ihren eigenen Einstieg bei der AWO vor 36 Jahren erinnert sie sich noch gut. „Ich wurde förmlich ins Wasser geschmissen. Denn ich war kein Jahr dabei, da wurde ich schon Vorsitzende.“

Die Geschichte der AWO begann aber viel früher. „Die Demokratie war noch jung und die Not der Arbeiter und ihrer Familien groß, als die SPD 1919 beschloss, konkrete soziale Hilfe zu organisieren und deshalb Marie Juchacz mit der Gründung der Arbeiterwohlfahrt beauftragte“, erinnert René Röspel, Kreisvorsitzender der EN-AWO, in seinem Grußwort an die Anfänge. Nur drei Jahre später, 1922, gründeten Emma Herold, Ida Vahrenhold und Wilhelmine Diergardt den Ortsverein Winz Baak. Und obwohl die AWO im Mai 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde, trafen sich die Winz-Baaker Frauen heimlich weiter und halfen unter Einsatz ihres Lebens dort, wo die Not am größten war.

Auch heute noch ist die AWO mit drängenden gesellschaftlichen Problemen konfrontiert. „Mir machen Aktionen zur Kinderarmut und auch mit der Altersarmut werden wir uns beschäftigen“, erklärt Anita Brückner. Wenn heute auch nicht mehr das Leben der Helfer bedroht ist, schwieriger sei die Arbeit schon geworden. Das betrifft zum einen die Spendenbereitschaft. Aber auch an anderen Stellen stößt die Vorsitzende auf Probleme: „Wo Hilfe gebraucht wird, sind wir da. Aber manchmal wissen wir gar nichts von den Problemen.“ Zwar frage man beim Sozialamt nach. Aus Datenschutzgründen darf das aber oftmals keine Adressen weitergeben. „Die AWO ist eine Hilfsorganisation für Bedürftige, sie versteht sich darüber hinaus aber auch als Anwältin der Benachteiligten und Befürworterin von Reformen“, fasst Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch in ihrem Grußwort zusammen. Dafür wirbt auch Anita Brückner.

Und was wünscht sie der AWO Winz Baak zum Geburtstag? „Dass mehr junge Leute mitmachen und auch der Vorstand verjüngt wird, das ist mein Wunsch.“

Gefeiert wird am Samstag, 20. Oktober, in der Gaststätte „Benecken“, Dahlhauser Straße 70. Beginn ist um 17 Uhr, Einlass eine halbe Stunde vorher. Anlässlich des Geburtstages wird Ulrich Schmidt, NRW-Landtagspräsident a.D. eine Festrede halten. Außerdemt reten die Tanzmäuse der AWO Bredenscheid-Stüter und der RWE-Chor Hattingen Winz-Baak auf. Während der Veranstaltung werden auch die Jubilare der AWO geehrt.

Sabine Weidemann



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