Autismus und Aromatherapie

Haben alle Menschen mit Autismus eine besondere Begabung? Wie kann ich jemandem helfen, der an Schizophrenie erkrankt ist? Worin besteht der Unterschied zwischen Integration und Inklusion? Antworten erhalten Schüler des Berufskollegs ab 2015/2016 in einem neuen Bildungsgang. Den Weg für die Fachschule für Heilerziehungspflege hat der Kreistag jetzt mit einem einstimmigen Beschluss freigemacht.

Heilerziehungspfleger sind Fachkräfte für individuelle pädagogische und pflegerische Unterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe. Sie arbeiten mit Menschen mit psychischen, geistigen oder körperlicher Beeinträchtigungen zusammen, unterstützen und begleiten sie ganzheitlich bei einer möglichst selbstständigen eigenverantwortlichen Lebensführung, stärken das soziale Verhalten der zu Betreuenden, unterstützen sie bei der schulischen und beruflichen Integration und planen ein Programm für die Freizeit.

Heilerziehungspfleger assistieren bei der Nahrungsaufnahme, Körperhygiene und Medikamentenversorgung sowie beim An- und Auskleiden. Neben der direkten Betreuung gilt es auch organisatorische und planende Arbeiten zu erledigen. So erstellen Heilerziehungspfleger Förderpläne oder -programme, koordinieren Abläufe, regeln Behördliches und halten Kontakt zu den Angehörigen der Menschen, die sie betreuen. In der Ausbildung stehen Grundlagen der Pädagogik, Medizin und Psychologie auf dem Stundenplan sowie Praktika in stationären und teilstationären Institutionen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Einen besonderen Schwerpunkt will das Berufskolleg auf die Inklusion legen. Die Studierenden setzen sich mit besonderen Ansätzen der Behindertenhilfe auseinander, lernen Aspekte aus Aroma-, Klangschalentherapie oder Konzentrations- und Hirnleistungstraining in ihr berufliches Handeln zu integrieren. Heilerziehungspfleger arbeiten in Tagesstätten, Wohn- und Pflegeheimen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Förderschulen oder Kindertageseinrichtungen.