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Big Box

Ausgelagerte Werkzeuglager

09.02.2012 | 16:43 Uhr
Ausgelagerte Werkzeuglager
Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Hattingen.  Mit Depots in Autobahnnähe erschließen sich zwei Immobilienmakler eine Marktlücke. Handwerker nutzen die Mini-Hallen.

Dass zwei Immobilienmakler 50 Garagen in ein Industriegebiet stellen – geschenkt; das rechtfertigt keinen Artikel. Aber dass Roger (50) und Dirk Kampheuer (40) eine profitable Marktlücke entdeckt haben, das ist einen Bericht wert. Denn für Autos ist so eine „Big Box“ am allerwenigsten gedacht.

Man könnte diese „Big Box“ eigentlich gut mit „Großgarage“ übersetzen, wenn der Begriff nicht so sehr an Autos erinnern würde. Tatsächlich stehen in den 3,30 mal acht mal fünf Meter großen Stauräumen im Wullener Feld Materialien von Klein- und Kleinstunternehmern, die zu Hause oder in ihrem Betrieb zu wenig Lagerfläche für Arbeitsmittel haben oder ein verkehrsgünstiges Warendepot zwischen Pferdebachstraße und A 44 brauchen. „Ein solches Produkt gibt es im EN-Kreis noch nicht auf dem Markt“, sagt der Gewerbe-Immobilienmakler Dirk Kampheuer. „Aber es häufen sich die Anfragen nach kleinen Stellräumen von 50 bis 150 Quadratmetern.“

Die Antwort der Makler sind diese kombinierbaren, mit Stromanschluss und Licht versehenen Boxen. Kombinierbar, weil man auch zwei nebeneinander oder hintereinander ohne Trennwand anmieten kann. Der monatliche Mietpreis verdoppelt sich dann von 110 auf 220 Euro. „Auch eine Vierergruppe ohne Trennwände ist möglich, wenn der Lagerbedarf größer sein sollte“, so Roger Kamp-heuer. Dann werden 440 Euro fällig, alles immer noch plus Mehrwertsteuer.

Self-Storage-Depots

Die Idee kommt nicht aus Witten, sondern aus Amerika. „Diese Self-Storage-Depots sind in den USA ein großer Markt“, weiß Dirk Kampheuer. „In Deutschland ist die Idee erst seit gut zwei Jahren populär. Pro 1000 Einwohner kann man wirtschaftlich 0,8 bis eine Big Box bauen, um die Nachfrage abzudecken.“ Die ersten 50 sind bereits größtenteils vermietet, 30 weitere entstehen nebenan bis zum Sommer. „In Dortmund gibt es schon rund 600 dieser Depots, in Bochum werden welche gebaut, im Kreis Recklinghausen ebenfalls. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind wir die einzigen.“

Genutzt werden die kleinen Lagerhallen dort beispielsweise von einem Installateur, einem Elektriker, einem ­Handelsvertreter oder einem Verein, der im Winter freizeitgenutzte Fahrzeuge vom Wohnwagen bis zu Buggys unterstellt. Videoüberwachung und ein verschlossenes Tor sichern vor unerwünschtem Besuch.

Unerwünscht sind ausdrücklich auch Autoschrauber. „Wir haben hier keinen Ölabscheider und überhaupt nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut“, sagen die Kampheuers. „Denn das sind moderne Lagerräume, keine Bastelschuppen.“

Bernd Kassner

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