Aus Liebe zum Instrument
15.02.2010 | 17:31 Uhr 2010-02-15T17:31:00+0100Das „Kreissinfonieorchester EN – Junge Hattinger Sinfoniker” übt fürs achte Programm und hat keine Nachwuchssorgen
In der Aula im Gymnasium Waldstraße ist einiges los: Junge Leute rücken Stühle. Sie packen Instrumente aus. Beginnen sie zu stimmen. Dann ist es plötzlich still. Die Musiker nehmen ihre Plätze ein. Konzentrieren sich. Und die ersten Takte der 1930er-Jahre-Filmmusik aus „Robin Hood” erfüllen den Raum.
Bereits seit Januar probt das „Kreissinfonieorchester EN – Junge Hattinger Sinfoniker” ihr nunmehr achtes Konzertprogramm. An jedem zweiten Wochenende und an jedem Donnerstag Abend treffen sich die 55, überwiegend sehr jungen Musiker, um ihr Programm einzuüben. Dass besonders viele junge Leute ihre Freizeit ausgerechnet der klassischen Musik widmen, mag einigen vielleicht ungewöhnlich erscheinen.
Inga Balzer(16), Nina Counen (17) und Janina Jäger (18) empfinden ihr Hobby jedoch überhaupt nicht als besonders außergewöhnlich. Alle drei haben bereits als Kinder angefangen Musik zu machen: „Ich war in der musikalischen Früherziehung und habe dann angefangen Klarinette zu spielen”, erzählt Inga.
Bei Nina und Janina begann alles mit der Blockflöte. Später haben die beiden die Querflöte für sich entdeckt: „Das musikalische Angebot an den Hattinger Gymnasien hat dazu beigetragen in dieser Richtung weiter aktiv zu sein”, erzählen die zwei.
Für verrückt erklärt
Und warum nicht zum Beispiel in einer Rockband spielen, statt im Orchester? „Aus Liebe zum Instrument. Als ich zum ersten Mal eine Querflöte bewusst gehört habe, wusste ich sofort, dass ich das auch machen will”, sagt Nina. Und Janina ergänzt: „Unsere Instrumente bieten sich eben auch eher für die klassische Richtung an.” Außerdem hören die drei jungen Frauen auch privat gern Klassik: „Obwohl wir dafür von unseren Freunden auch schon mal für verrückt erklärt werden”, schmunzelt Inga.
Lukas Böhnert (13) schüttelt den Kopf. Privat sei klassische Musik nicht unbedingt seine erste Wahl: „Da höre ich lieber Rock, Pop und Hip-Hop.” Bei den Sinfonikern spielt er Trompete: „Eigentlich bin ich durch meine Mutter zur Musik gekommen. Sie spielt Klavier und damit habe ich auch angefangen. Seit der fünften Klasse spiele ich auch Trompete”, erzählt eines der jüngsten Mitglieder der Sinfoniker.
Gemeinsam begeistert
So wirklich klassisch findet er die Musik des Orchesters übrigens gar nicht: „Einige Stücke, zum Beispiel der CanCan sind doch schon eher modern.” Was ihn am meisten begeistert: „Die Möglichkeit in einem Orchester gemeinsam zu musizieren.”
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