Aus für die Notfall-Sprechstunde

Eine frauenärztliche Notfall-Sprechstunde ist am EvK künftig nicht mehr im Angebot.Foto:Archiv, Pottgiesser
Eine frauenärztliche Notfall-Sprechstunde ist am EvK künftig nicht mehr im Angebot.Foto:Archiv, Pottgiesser
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Was wir bereits wissen
Frauenärzte mit Belegbetten im Evangelischen Krankenhaus hatten diesen Service angeboten. Er rechnet sich nicht. Kliniken garantieren Erstversorgung.

Hattingen.. Die frauenärztliche Notfall-Sprechstunde der gynäkologisch tätigen Belegärzte am Evangelischen Krankenhaus gibt es ab sofort nicht mehr. Samstags und sonntags boten zuvor Dr. Thomas Schröder, Dr. Sabine Oppel und Dr. Nikola Höner den Service an.

Doch der lohnt sich nicht mehr. Der Grund: Seit Mitte März ist die so genannte „Pille danach“ rezept­frei erhältlich. „Zu dieser Sprechstunde kamen überwiegend Frauen, die diese Pille verschrieben bekommen wollten“, so Dr. Thomas Schröder, Vertreter der Belegärzte Frauenheilkunde am EvK. Er weist auf die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes hin: 116 117. „Über diese Zentrale werden Patienten weitergeleitet.“

Die Belegärzte hatten im Vorfeld mit der Krankenhausverwaltung gesprochen. „Die Kassenärztliche Vereinigung sieht einen gynäkologischen fachärztlichen Bereitschaftsdienst nicht vor. Die Gynäkologen hatten das bei uns freiwillig gemacht“, so Mario Kleist, kaufmännischer Leiter des EvK. Wer ein akutes fachärztliches Problem hat, sei es beispielsweise dermatologisch, augenärztlich, urologisch, gynäkologisch, der könne sich an Fachabteilungen in Krankenhäusern u.a. in Witten und Bochum wenden.

Dort gibt es auch Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung. Die war 2014 am EvK geschlossen worden. Aber: Immer noch trudeln hier Patienten ein. „Gekümmert wird sich um jeden Patienten, auch wenn wir ihm dann erklären müssen, dass er zur hausärztlichen Versorgung nach Bochum muss. Für unser Haus ist das eine Belastung.“ Typische ambulante internistische oder chirurgische Fälle, die im EvK nach wie vor behandelt werden, sind u.a. Herzbeschwerden, Unfälle. Schüler Finn (17) erinnert sich, dass er schon öfter im EvK behandelt worden ist: „Mal hatte ich einen Nagel im Fuß, ein anderes Mal einen Angelhaken im Kopf. Auch mit einem Schnitt war ich schon hier. Ich war mit der Notfallversorgung sehr zufrieden, weiß aber, dass es die Notfallpraxis nicht mehr gibt.“

Patienten, die ein Fall für eben jene wären, tauchen weder in der Helios Klinik Holthausen als reiner Reha-Klinik, noch in der Klinik Blankenstein auf. Internistische Notfälle werden in Blankenstein sehr wohl in der Ambulanz, die „an sieben Tagen rund um die Uhr geöffnet ist, behandelt“, so Dr. Jürgen Frech, Leiter der Unternehmenskommunikation des Katholischen Klinikums Bochum, zu dem die Klinik Blankenstein gehört. Eine stationäre Aufnahme ist dabei möglich. Doch auch über internistische Notfälle hinaus sei sichergestellt, dass Patienten erstversorgt werden. „Gegebenenfalls erfolgt die Weiterverlegung“, so Frech.