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Aus dem Leben einer Reporterlegende

23.01.2015 | 18:01 Uhr
Aus dem Leben einer Reporterlegende
Wollte Diplomat werden, landete im Radio: Werner Hansch, hier mit Bernd Jeucken, in der Stadtbibliothek.Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Werner Hansch ließ in der Stadtbibliothek 40 Zuhörer an seiner Karriere teilhaben. Viele Zufälle machten aus dem inzwischen 76-Jährigen einen beliebten Sport-Journalisten in Radio und Fernsehen.

Als Reporterlegende ist er bekannt, als schillernde Persönlichkeit von vielen geschätzt: In der Stadtbibliothek ließ Werner Hansch rund 40 Gäste an Abschnitten seines bunten Lebens teilhaben.

Der mittlerweile 76-Jährige, der in Recklinghausen-Süd geboren wurde, erzählte von seiner Laufbahn als Sportjournalist und was ihm dabei begegnete. Vieles ist dem Zufall geschuldet. So auch, dass er überhaupt Journalist wurde und sich mit dem Fußball anfreundete. „Ich konnte überhaupt nicht gut spielen. Ich wurde immer als Letzter gewählt oder habe die Bälle wiedergeholt, die hinter dem Tor landeten“, beschreibt Hansch seine eigenen Fußballerfahrungen.

Zum Fußball zog es ihn in seiner Kindheit und Jugend nicht, zum Bergbau genauso wenig. Er wollte Diplomat werden. Sein Jura- und Geschichtsstudium schmiss er aber, weil beide Eltern innerhalb eines Monats starben. Und schuftete zunächst doch als Kumpel.

Durch einen Bekannten, der an der Trabrennbahn in Recklinghausen arbeitete, kam er zum Pferdesport. „Er wollte, dass ich kommentiere, weil der eigentliche Kommentator krank wurde“, sagt Hansch, der in der Folge einige Jahre lang den Posten übernahm, weil er bei den Gästen für seine Kommentare beliebt war. Auf dieselbe Weise wurde er dann später auch Stadionsprecher des FC Schalke 04.

Das kam ihm später bei der ARD zugute, wo er für den Rundfunkbereich bei Pferdesport-Veranstaltungen eingesetzt wurde. „Ich wusste wenigstens, wie ein Pferd aussieht“, schmunzelt er. Doch beim Dressurreiten und bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 machte er ganz neue Erfahrungen: „Das war neben dem UEFA-Pokalfinale 1997 mein Highlight“, schwärmt er.

Die Stimme, die Sprache und die Fantasie sind es, die Werner Hansch weitergebracht haben. Denn so wurden jeweils Kurt Brumme, der ihn zum WDR lotste, und Hannes Faßbender, der ihn zur Sportschau holte, auf ihn aufmerksam. Beide gaben seinerzeit Schützenhilfe. Hansch musste das neue Metier erst lernen: „Mir hat keiner erklärt, wie man es macht.“

Zwei Jahre lang arbeitete Werner Hansch auch für Radio und Fernsehen parallel bei Fußball-Bundesligaspielen. Anfangs musste er sich erst umstellen. „Radio ist meine Liebe. Und im Fernsehen muss man auch mal zehn Sekunden die Schnauze halten“, weiß er.

Ein Vorteil hatte die Zweigleisigkeit: Für die Sportschau brauchte Werner Hansch bei den Kurzberichten nie einen Zettel wie die Kollegen. Denn: „Im Hörfunk lernt man, wie man fünf Sätze unfallfrei auswendig spricht.“

Hendrik Steimann

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2015-01-23 18:01
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