Auf dem Pilgerweg mit Micki Wohlfahrt

Micki Wohlfahrt trat im Paul-Gerhardt-Haus auf.
Micki Wohlfahrt trat im Paul-Gerhardt-Haus auf.
Foto: Socrates Tassos/Funke Foto Servi
Was wir bereits wissen
Kabarettist präsentierte erstmalig sein neues Programm „Wir sind dann mal weg: Als Luther verkehrt abbog und der Papst in der Sackgasse landete“ im Paul-Gerhardt-Haus.

Hattingen..  „Ker, wat ham’ wa früher malocht“: Kaum hat Micki Wohlfahrt die Bühne betreten, weiß man angesichts des T-Shirt-Aufdrucks schon in etwa, was den Besucher in seinem zweistündigen Programm namens „Wir sind dann mal weg: Als Luther verkehrt abbog und der Papst in der Sackgasse landete“ im Paul-Gerhardt-Haus erwartet. Mit unverkennbaren Pott-Dialekt unterhält der gebürtige Wittener Entertainer die Zuschauer und veranschaulicht als „Kirchenkabarettist“, warum Kirche zwar „out“, aber Pilgern total „in“ ist. Und so erzählt er vom angestaubten Image der Kirche, das doch durch ein modernes Outfit der Pfarrer schon verbessert werden könnte. Oder erklärt, dass es zwischen ökumenisch und ökonomisch schon zwar kleine, aber entscheidende Unterschiede gebe, auch „wenn beides in der Regel nicht klappt“.

Auf die eklatanten Unterschiede zwischen den Volkskirchen stoße er immer wieder. „Während ein Gottesdienst bei den Protestanten eher an ein Reinhard-May-Konzert erinnert, denke ich bei katholischen Messen immer gleich an eine pompöse Operninszenierung.“ Auch die vielen Seeligen und Heiligen der Katholiken verwirrten Protestanten. Doch bei seinen Pilgerwanderungen wurde er aufgeklärt: Wenn „jemand selig gesprochen wird, ist das heutzutage so etwas wie ein Bachelor-Abschluss, heilig gesprochen zu werden, wie ein Master.“

„Ich kenne Micki schon sehr lange“, verrät Uwe Crone, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Welper-Blankenstein. Wohlfahrt arbeitete einst als Jugendreferent in Heven. „Er ist vor einiger Zeit auf uns zugekommen und hat angefragt, ob er nicht sein neues Programm, das er am Kirchentag in Stuttgart zeigen wird, bei uns in der Gemeinde vorab spielen darf. Wir haben uns darüber sehr gefreut und zugestimmt.“ Mit dem Verzicht auf einen Gagen-Teil unterstütze Wohlfahrt den Umbau der Kita Arche Noah.