Auch Wassertrinken ist nicht erlaubt

Yalcin Dogan
Yalcin Dogan
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Was wir bereits wissen
Das Fasten im Monat Ramadan ist vielen Muslimen wichtig. Bei großer Hitze ist besonders das Trinkverbot eine Herausforderung.

Hattingen..  Bis zu 40 Grad Celsius warm soll es am Wochenende werden. Was da hilft: viel zu trinken zum Beispiel, um das, was ausgeschwitzt wird, auszugleichen. Was viele Menschen gerade nicht können. Denn es ist Ramadan. Und das heißt für gläubige Muslime: fasten. Auch Wasser ist da tagsüber tabu.

„Für mich ist das kein Problem, ich trinke einfach abends viel. Außerdem ist das eine freiwillige Sache. Und es gibt ja viele Ausnahmen für Ältere, Kranke und Kinder zum Beispiel“, sagt Yalcin Dogan, Vorsitzender des Fußball-Westfalenligisten Hedefspor.

Erfahren, wie es den Armen geht

Das Fasten fällt ihm nicht schwer. Sein Körper habe sich daran gewöhnt. Für ihn überwiegen die Vorteile des Fastens, das bewusst machen würde, wie es den Armen geht. „Und es ist gut für den Körper, der beruhigt sich.“ Auf die Idee, tagsüber einen Schluck Wasser zu trinken, käme er nicht – außer im Krankheitsfall. „Dann kann man den Fastentag hinten anhängen“, erklärt er. Für die Sportler sei das Nichttrinken schon schwieriger. „Besonders, wenn es jetzt wieder mit dem Training losgeht“, sagt er.

Der Ramadan begann in diesem Jahr am 18. Juni, dauert bis zum 16. Juli. Am 17. Juli ist dann der erste Tag des Ramadanfestes. Vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang dürfen die Muslime aktuell essen und trinken. Liegt der Ramadan wie in diesem Jahr im Sommer, sind die Tage besonders lang, das Fasten tendenziell anstrengender.

Aus Überzeugung fastet Yalcin Dogru, Hedef-Spor-Geschäftsführer und Integrationsratsmitglied. Ein Glas Wasser am Tag zu trinken, ist für ihn „ausgeschlossen“. Innere Kraft gebe ihm die Zeit. Allerdings richtet er sich auch nach seinen Kräften. „Ich gehe sonst ins Sportstudio. Im Moment jogge ich lieber in den Abendstunden.“ Was die Fußballer von Hedef Spor anginge, so müsste jeder für sich entscheiden, ob er faste. „Die meisten machen das.“ Haushalten müsse dann jeder mit seinen Kräften. Und wenn es zu heiß würde, dann müsste das Training eben auch mal ausfallen. Er selbst hielt sich neulich mehrere Stunden in der Sonne auf. „Das war anstrengend, danach habe ich mich zurückgezogen.“

Abends treffen sich viele Muslime in der Moschee – nicht nur zum Nachtgebet, sondern auch zu einem „Extra-Gebet im Ramadan“, so Dogru. Lohnenswert sei das Fasten: „Man wendet sich von allen negativen Dingen ab.“ Das Problem seien nur die beiden eng beieinander liegenden Mahlzeiten nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang, also so etwa kurz vor vier Uhr. „Die Zeit dazwischen ist so kurz, da habe ich morgens oft noch keinen Hunger.“