Asphaltwerk stinkt zum Himmel

Foto: Haumann
Was wir bereits wissen
Sprockhöveler Anwohner fürchten um ihre Gesundheit. Das Thema findet nun den Weg in die Politik: Grüne und SPD fordern Aufklärung.

Sprockhövel..  Seit das Asphaltmischwerk Uhlenbruch vor vier Jahren in Wuppertal-Nord seinen Betrieb aufnahm, steht es in der Kritik. Auf Fenstern und Wänden, Obst und Gemüse setzt sich ein Schmierfilm ab. Die Geruchsbelastung treibt Anwohnern Sorgenfalten auf die Stirn. Wer im Umkreis von bis zu zwei Kilometer wohnt, befürchtet Gefahr für die eigene Gesundheit.

Und das nicht nur in Wuppertal. „Betroffen sind auch Halloh, Hobeuken, Kershagen, Schmiedestraße“, zählt Petra Schellhoff auf, Sachkundige Bürgerin bei den Sprockhöveler Grünen. Die Partei wird im kommenden Umweltausschuss eine Anfrage zum Werk stellen. Unter anderem soll geklärt werden: Welche PAK-Werte wurden gemessen? Geht von ihnen eine Gesundheitsgefährdung aus? Und: Wie hoch ist die Feinstaubbelastung an der Schmiedestraße? Ein Durchschlag der Anfrage ging direkt nach Wuppertal, an das Ressort für Umweltschutz.

Bürgerinitiative widerspricht

Denn: Nachdem die Verantwortung für das Werk zwischen der Stadt und der Bezirksregierung in Düsseldorf hin und her wechselte, scheint sie nun wieder im Bergischen Land zu liegen. Grundsätzlich klärt die Stadt, was hinter der Abkürzung PAK – Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe – steckt. „PAK befinden sich überall in unserer Umwelt“, heißt es. Die krebserregenden Stoffe werden über die Luft oder über den Verzehr von Lebensmitteln aufgenommen.

Jedoch: „Bei dem Asphaltmischwerk werden keine Grenzwerte überschritten.“ Letzte Messungen sind in diesem Jahr von „einer anerkannten Messstelle“ durchgeführt worden. Über die Feinstaubbelastung an der Schmiedestraße liege der Stadt nichts vor. „Die Beläge von Obst und Gemüse sind auf Pilserkrankungen zurückzuführen.“ In keinem Fall bestehe ein Zusammenhang mit dem Asphaltmischwerk, so die Stadt.

Genau wie die Grünen will sich auch die SPD-Fraktion um Aufklärung bemühen und wird im Ausschuss einen entsprechenden Antrag stellen. „Denn uns ist auch bekannt, dass die von der Stadt Wuppertal mitgeteilten Informationen nicht umfänglich deckend sind mit den Erkenntnissen der Bürgerinitiative Leben in Wuppertal-Nord“, äußert sich die Partei in ihrem Antrag. Die Bürgerinitiative kämpft schon lange gegen das Asphaltmischwerk, auch mit gerichtlichen Widersprüchen.

In den Jahren 2012 und 2014 haben ihre Mitglieder Gemüse angepflanzt – Grünkohl und Tomaten – und von Instituten untersuchen lassen. „Wir haben eine PAK-Belastung in unseren Lebensmitteln nachgewiesen“, heißt es auf ihrer Internetseite.