Arzt-Bereitschaft kennt Straße nicht

Bärbel Jülke ist in Sorge, weil der ärztliche Bereitschaftsdienst bei ihrer Adresse nachfragen musste.  Die 71-Jährige wohnt in der Heinrich-Puth-Straße in Blankenstein.Foto:Walter Fischer
Bärbel Jülke ist in Sorge, weil der ärztliche Bereitschaftsdienst bei ihrer Adresse nachfragen musste. Die 71-Jährige wohnt in der Heinrich-Puth-Straße in Blankenstein.Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Blankensteinerin erhält erst nach Angabe des Ortsteils die Information über die nächste Notfallpraxis. Nun ist sie unsicher, ob der Notarzt sie finden würde.

Hattingen..  Eine heftige Blasenentzündung verursachte bei Bärbel Jülke aus Blankenstein so heftige Schmerzen, dass sie am Samstag die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wählte. Dort schien man ihre Adresse nicht zu finden. Nun ist die 71-Jährige in Sorge, ob ein Notarzt im Fall der Fälle ihr Daheim finden würde.

„Bevor ich anrief, wusste ich zwar, dass man ins Krankenhaus nach Witten oder Bochum kann, hoffte aber, weil es schneite, dass es irgendwo näher eine Anlaufstelle gibt“, so Bärbel Jülke. Gefragt wurde sie nach der Straße, in der sie lebt. „Ich habe angegeben Heinrich-Puth-Straße 4. Die Person fragte mich noch einmal nach meiner Straße und war etwas irritiert, weil sie wohl den Straßennamen nicht fand. Daraufhin habe ich ihr gesagt, dass ich im Ortsteil Blankenstein wohne.“

Nun erhielt sie die – korrekte – Auskunft, sich ans Marien-Hospital Witten oder die Uni-Klinik Bochum zu wenden. Doch Bärbel Jülke fragt sich, ob es denn sein kann, dass ihre Straße nicht im Verzeichnis des Notdienstes vorhanden ist. „Ich wohne seit zehn Jahren hier, habe schon öfter erlebt, dass mich Personen, die nach Navigationsgerät hier ankommen wollten, nicht gefunden haben.“

Adresse selten nicht gefunden

Gearbeitet wird in der Arztrufzentrale mit „einer Profiversion eines bekannten Online-Kartendienstes, die fortlaufend aktualisiert wird“, erörtert Heiko Schmitz, Leiter des Bereichs Kommunikation bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, die für den ärztlichen Bereitschaftsdienst verantwortlich ist. Er ergänzt: „Nach Angabe von Michael Klein, Leiter unserer Arztrufzentrale in Duisburg, die eine gemeinsame Einrichtung der KVen in Nordrhein und Westfalen-Lippe ist – Hattingen gehört bereits zu Westfalen-Lippe –, kommt es nur sehr selten vor, dass eine Adresse nicht gefunden wird.“

Auch die Feuerwehr Hattingen kann Bärbel Jülke beruhigen: „Wir haben alle Ortskenntnisse, sind sehr viel im Stadtgebiet unterwegs. Außerdem bekommen Rettungs- und Feuerwehrdienst auf jede Alarmdepesche gleich eine Anfahrtsbeschreibung per Fax von der Kreisleitstelle in Schwelm. Wir haben die Anfahrtbeschreibungen selbst gefertigt, da sind auch die Hydranten alle genannt“, erklärt Einsatzführungsdienst Frank Brilo. Seien die Rettungskräfte unterwegs, könnten also kein Fax erhalten, so gebe die Zentrale die Anfahrtbeschreibung durch.

Übrigens: Immer noch gehen an der Information des Evangelischen Krankenhauses in Hattingen zahlreiche Anrufe mit der Anfrage nach der Notfallpraxis ein. Die aber ist seit Anfang 2014 geschlossen.