Arbeit in Kooperationsräumen

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Was wir bereits wissen
Nicht jede evangelische Gemeinde soll alles anbieten, sondern beispielsweise den Konfirmandenunterricht zusammenlegen. Ansätze bei Jugend und Gemeindebrief.

Hattingen..  So genannte Kooperationsräume sollen Gemeinden bilden, denn wegen sinkender Mitgliederzahlen und des Zwangs zum Haushalten hat der Evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten auf der Sommersynode jetzt einen neuen Stellenschlüssel verabschiedet: Auf 2900 statt bisher 2700 Gläubige kommt eine Pfarrstelle.

Zum Vergleich: Laut Empfehlung der Landeskirche kommt auf 3000 Gläubige eine Pfarrstelle, der Kirchenkreis liegt also immer noch über dieser Quote. Die sieben evangelischen Gemeinden in Hattingen – St. Georg, Welper-Blankenstein, Winz-Baak, Johannes, Bredenscheid, Nierenhof, Niederwenigern – haben aktuell zusammen 22 260 Mitglieder. Aktuell gibt es keinen Pfarrstellen-Überhang in Hattingen. Allerdings soll immer dann, wenn ein Pfarrer ausscheidet, vor der Neubesetzung geprüft werden, wie viele Mitglieder eine Gemeinde hat – und wie es perspektivisch aussieht. Nicole Schneidmüller-Gaiser, Sprecherin des Kirchenkreises, nennt als Beispiel die Gemeinde in Niederwenigern. „Wenn ein Zuwachs zu erkennen ist, dann besetzt man eventuell etwas mehr Pfarrstelle als es die heute aktuellen Zahlen begründen würden.“

Jugendliche sind heute mobil

Was mit Kooperationsräumen gemeint ist, erklärt Nicole Schneidmüller-Gaiser: „Es geht darum, dass beispielsweise zwei Gemeinden ihren Konfirmandenunterricht zusammenlegen. Die Jugendlichen sind heute mobil, können den Unterricht in einer Nachbargemeinde besuchen“, ist die Presse- und Öffentlichkeitsreferentin des Kirchenkreises überzeugt.

Außerdem sollten Gemeinden überlegen, ob jede jedes Angebot vorhalten muss. „Wenn eine Gemeinde überlegt, neben dem so genannten traditionskontinuierlichen Gottesdienst noch ein zusätzliches Angebot zu machen, dann kann man doch gucken, ob es so etwas nicht nebenan schon gibt – und darauf verweisen“, so Nicole Schneidmüller-Gaiser

Im Seniorenbereich könne es weiterhin sinnvoll sein, wenn jede Gemeinde Gruppen anbietet, denn „die Menschen sind da verwurzelt, kennen sich“. Optimierungsmöglichkeiten sieht sie bei Urlaubsvertretungen. „Da können sich die Pfarrer absprechen“ so Schneidmüller-Gaiser. In Hattingen gibt es solche Ansätze bereits. „St. Georg und Johannes waren im Gespräch, sind dann aber von der Realität eingeholt worden, weil Pfarrer Nelles nach Niederwenigern ging. Dennoch: In der Jugendarbeit beispielsweise gibt es bereits Kooperationen, ebenso beim Gemeindebrief, bei Urlaubsvertretungen.