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Anschläge: Paris-Fahrt auf der Kippe

21.01.2015 | 09:00 Uhr
Anschläge: Paris-Fahrt auf der Kippe
Dr. Heinz Niggemann

Hattingen.  Gymnasium Waldstraße wartet ab, wie sich die Lage bis März entwickelt. Gesamtschule fährt nicht nach Frankreich, Schulzentrum an andere Orte.

Lachende Schüler unterm Eiffelturm: Die gibt’s immer noch, doch sind nach den Terroranschlägen bewaffnete Polizisten besonders präsent. Auch für Hattinger Schulen ist die französische Hauptstadt ein gern angesteuertes Ziel. Die Waldstraße wollte im März nach Paris – die Fahrt steht derzeit auf der Kippe. „Wir warten ab, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Dr. Heinz Niggemann, Leiter des Gymnasiums, dessen Schüler und Lehrer auch nach Berlin fahren wollen.

Das Reisethema wird derzeit ­vertagt. Allerdings würden solche Entscheidungen nicht allein von der Schule getroffen, sondern nach Absprache mit Eltern, Schülern und Lehrern, die alle mit einem guten Gefühl fahren sollen.

Andere Schulen haben mehr Glück und weniger Gewissens- und Entscheidungszwänge, weil bei ihnen keine Paris-Fahrten geplant sind. Bei Gerd Buschhaus, Leiter des Gymnasiums im Schulzentrum Holthausen, steht Frankreich zweimal auf dem Reiseplan. Ziele: Marseille und Amiens. „Ich habe nichts gehört, dass man dort nicht hinfahren kann. Wir haben nicht vor, das abzusagen“, erklärt er.

Keine Fahrten annullieren oder Reisepläne über den Haufen werfen muss die Gesamtschule. „Wir fahren nicht nach Frankreich, wir fahren nach Italien und Polen, da ist es noch ganz sicher“, informiert Schulleiterin Elke Neumann. Was die Anschläge in Paris angeht, so sind sie, wie auch in den Gymnasien , in Welper Thema im Unterricht. „Die Schüler fordern das ein“, sagt Elke Neumann – Lehrer gehen auf solche Themen ein.

„Seit Jahren werden an der Marie-Curie-Realschule internationale Kontakte gepflegt. Dazu gehören der Schüleraustausch mit der französischen Partnerschule und Studienfahrten nach Barcelona, Krakau und Paris“, steht auf der Homepage der Schule. Auch dass Eltern und Lehrer zu Vorbereitungsbesuchen regelmäßig in Paris sind.

Das hat sich überholt, wie Lehrerin Susanne Borgmann weiß. Bis zum vergangenen Jahr sei die Schule nach Frankreich gefahren. „Wahrscheinlich wäre es wegen der Zuschüsse vom Land für Fahrten sowieso schwierig geworden“, vermutet sie. Inzwischen sind der betreffende Lehrer versetzt, die Fahrten nicht mehr geplant an der Realschule, die ausläuft.

Keine hundertprozentige Sicherheit

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht: Dessen sind sich die Leiter der Gymnasien bewusst. Auch dass Meinungs-, Versammlungs- und Reisefreiheit ein hohes Gut ist, das es zu schützen gilt. Und dass auch andere Orte gefährlich werden können. Dr. Niggemann erinnert sich an einen London-Besuch vor vielen Jahren, bei dem Angst vor IRA-Anschlägen herrschte und Besucher in der Stadt auf Bewaffnete zum Schutz der Gäste trafen. Bedenken und Vorbehalte anderer werden jedoch ernst genommen.

Brigitte Ulitschka

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Anschläge: Paris-Fahrt auf der Kippe
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2015-01-21 09:00
Hattingen