Am Gymnasium Waldstraße fehlen Lehrer

In naturwissenschaftlichen Fächern fehlt der Lehrer-Nachwuchs.
In naturwissenschaftlichen Fächern fehlt der Lehrer-Nachwuchs.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Schulzentrum befürchten die Kollegen in fünf bis sieben Jahren Engpässe in naturwissenschaftlichen Fächern und helfen aktuell dem Gymnasium in der Stadtmitte aus. Gesamtschule ist gut aufgestellt

Hattingen..  „Naturwissenschaftliche Bildung ist ein Schlüssel für die Zukunftssicherung unseres Landes“, hat Schulministerin Sylvia Löhrmann auf dem Mint-Kongress Ende vorigen Jahres in Essen gesagt. Entscheidend sei, die natürliche Neugier der Kinder zu fördern, Raum zum Beobachten und Experimentieren zu geben und keine Berührungsängste aufkommen zu lassen. In Gymnasien und Gesamtschule fehlen allerdings Lehrer für die Fächer – jetzt schon oder in ein paar Jahren.

Weniger Stellen durch G 8

„Bei uns geht es noch“, sagt Gerd Buschhaus, Leiter des Gymnasiums im Schulzentrum Holthausen. „Wir haben auch jüngere Kollegen mit Mitte 30.“ Eng werde es in fünf bis sieben Jahren, wenn zahlreiche Lehrer in Rente gehen – „ich auch“. 83 Lehrerinnen und Lehrer zählt das Kollegium, um die 20 arbeiten im betroffenen Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer.

Einen Mint-Schwerpunkt wie an der Realschule Grünstraße gibt es in Holthausen nicht, zumindest nicht „mit Etikett“. Wohl aber entsprechende Anstrengungen in der Fächerkombination, einen Bionik-Kurs, der Roboter fliegen lässt, und Angebote außerhalb des Lehrplans. Der Waldstraße, so Buschhaus, „geht es aber noch schlechter“. Das Schulzentrum hilft dem Gymnasium im nächsten halben Jahr bei der Lehrerversorgung aus.

Heinz Niggemann, Leiter des Gymnasiums Waldstraße, bestätigt das. Außerdem sagt er zum Thema Lehrerversorgung in Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern: „Wir sind in der Tat knapp.“ In Physik und Chemie gingen Lehrer in Pension, „ich bekomme aber keine neuen“.

Unterstützung der Schulen

Das habe auch mit der Schulzeitverkürzung und dem Abitur nach zwölf statt 13 Jahren zu tun. „Ein Jahrgang entfällt.“ Dadurch würden rechnerisch weniger Lehrer gebraucht. Gehen zu wenig in Pension, „gibt es einen Überhang“, sind es zu viele, besteht eine Unterversorgung. Und es kommt zur Unterstützung der Waldstraße durch das Schulzentrum.

Elke Neumann, Leiterin der Gesamtschule, hat „nicht so große Not“, sondern „ein bisschen Luft“ und fühlt sich im Moment ganz gut aufgestellt auch mit jungen Kolleginnen und Kollegen. Einen Engpass gibt es allerdings in Religion. Langfristig wiegt sie sich deshalb bei der Lehrerversorgung aber nicht in Sicherheit. Sie kann keine Prognosen für die nächsten fünf bis sieben Jahre abgeben. Die Situation könne sich schnell ändern, bei Krankheit etwa gebe es keinen Ersatz.