Altstadt beeindruckt Besucher aus Gambia

Matthias Ketteler ist Sonderbotschafter für Entwicklung der Gesundheitsvorsorge in Gambia mit Charles M`Bye und Famara Fatty.
Matthias Ketteler ist Sonderbotschafter für Entwicklung der Gesundheitsvorsorge in Gambia mit Charles M`Bye und Famara Fatty.
Foto: Fischer

„Die Häuser in der Hattinger Altstadt sind viele hundert Jahre alt und stehen immer noch“ – den Stadtbummel mit Matthias Ketteler, dem Chef der Projekthilfe Gambia, fanden die Besucher aus Westafrika höchst interessant. In Bezug auf das architektonische Alter ließ der Rundgang Famara Fatty, Projekt­manager in Jahaly und Mitinitiator, und Elektroingenieur Carles M’Bye staunen.

Während deutsche Unterstützer der Projekthilfe häufig vor Ort in Gambia sind, um sich in den unterschiedlichen Einrichtungen ein Bild von der aktuellen Lage zu machen, ist ein Gegenbesuch eher selten. Jetzt gibt es ihn – zum ersten Mal seit mehreren Jahren.

Bericht über Moringa-Bäume

Nicht nur ein Abstecher nach Hattingen stand auf dem Programm. Als die Besucher, die sich zwei Wochen hier aufhalten, in der Ruhrstadt vorbeikommen, haben sie schon ein Ausflugsprogramm hinter sich. Sie waren im Neandertal­museum und „auf irgendeiner Ritterburg“, wo, wissen sie nicht mehr. In der Bochumer Jahrhunderthalle haben sie einen Eindruck von der Nacht der Industriekultur bekommen. In Hattingen schlendern sie gemeinsam durch die Gassen der Altstadt.

Natürlich steht nicht nur Sightseeing auf dem Programm. Bei einem Treffen mit dem Verein schildern sie die aktuelle Lage, erzählen, was in letzter Zeit zu Hause los war, beschreiben das neue Moringa-Projekt mit 10 000 Bäumen. „Ein Superfood, geeignet zur Nahrungsergänzung. Es soll sogar vor Krebs schützen“, sagt Matthias Ketteler. Ein Projekt, das aus der Entwicklungshilfe etwas machen könnte, sich selbst zu helfen – „der Traum aller Entwicklungshelfer“, so Ketteler.

Die Pflanzen mit Früchten wie grünen Bohnen stammen aus Indien und werden in vielen tropischen Ländern angebaut. Aus Blättern wird Tee gemacht. Zu Pulver verarbeitet, reinigen sie verschmutztes Wasser. Samen werden zu Öl gepresst für Salat, Seife oder Kosmetikartikel.

Am heutigen Samstag sind die zwei Wochen zu Ende, die Besucher fliegen zurück nach Gambia. Vorher haben sie noch einen Shopping-Tag eingelegt, um beispielsweise Elektronikartikel zu kaufen.

Außerdem wurde das Friedensdorf in Oberhausen besucht. 18 Kinder aus Gambia wurden nach Deutschland gebracht, um hier operiert zu werden. Fünf nehmen Famara Fatty und Charles M’Bye jetzt wieder mit zurück.

Der Kindergarten – eine Vorschule, die mit 240 Jungen und Mädchen gestartet ist – hat jetzt 410 Kinder. Nach den Ferien werden es 480 sein. Die Kinder lernen mit Zahlen umzugehen, lesen, Englisch. „Viele überspringen die erste Klasse“, sagt Ketteler. Welchen Eindruck die Besucher mitnehmen? Dass hier alles organisiert und diszipliniert abgeht.