Alltagsartikel und Außergewöhnliches

Blechspielzeug-Verkäuferin Cero Tiergarten und Gürtelmacher Holger Radke sind seit 25 Jahre ein Paar.
Blechspielzeug-Verkäuferin Cero Tiergarten und Gürtelmacher Holger Radke sind seit 25 Jahre ein Paar.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Abseits vom Trubel des Altstadtfestes gibt es rund um den Steinhagen auf dem Kunsthandwerkmarkt kreative Ware und seltene Besonderheiten für jeden Geldbeutel zu entdecken

„Der Kunsthandwerkmarkt soll vor allem den Austausch der Kulturen ermöglichen“, erklärt Organisator Peter Lihs das Konzept – denn unter den 60 Händlern, die ihre Waren während des Altstadtfestes im Dreieck Steinhagen, St.-Georgs-Viertel, Reschop Carré anbieten, sind 15 Nationen vertreten. „Die Standplätze sind seit Wochen ausgebucht, von regionalen und internationalen Künstlern“, so Lihs weiter. Es handelt sich um ein Laufkonzept, da eine Mischung von Kunst aller Art angeboten wird – „für jeden Geschmack und Geldbeutel soll etwas dabei sein“, sagt der Organisator. Viele der Waren werden in Eigenproduktion hergestellt.

Der Schwede Anders Ingers fertigt gemeinsam mit seiner niederländischen Frau Marleen Hendrikx in Spanien, ihrem Wohnort, seit 13 Jahren eigenen Schmuck an. „Das Besondere ist, dass wir auf Glas verschiedene Mineralschichten auftragen und durch die Lichtreflexion viele bunte Farben entstehen“, verrät das Ehepaar. Jedes Stück ist ein Unikat – wie auch der Schmuck von Sinah Well aus Witten, die seit sieben Jahren Perlen aus Murano-Glas vor einem Brenner dreht. „Ich kann in bis zu einer Stunde Schmuck nach individuellen Wünschen kreieren“, sagt die Künstlerin.

Blechspielzeug und Revier-Tassen

Nach individuellem Maß stellt auch Holger Radke seit 40 Jahren Ledergürtel aus eigener Produktion her, die bei ihm selbst geschnitten, gefärbt und gelocht werden: „In zehn Minuten kann sich jeder einen Gürtel nach seinem eigenen Geschmack samt Schnalle zusammenstellen, der ein Leben lang hält“. Etwas Besonders bietet auch die Lebenspartnerin von Holger Radke an: altes Blechspielzeug. „Beim Anblick der Kreisel, Figuren oder Autos zum Aufziehen wird so mancher Erwachsener wieder zum Kind“, weiß Cero Tiergarten. Beide sind gemeinsam schon zum vierten Mal für das Altstadtfest aus Niedersachsen angereist. Ganz praktisch geht es bei Hubert Lorse aus Düsseldorf zu. Der Korbmacher, der sein Handwerk bereits seit 120 Jahren als Familientradition ausübt, bietet nicht nur Körbe, Taschen und Stühle aus Weide an, sondern repariert auch mitgebrachte Stücke. „Man muss das Material ein wenig einweichen, damit man es in die neue Position biegen kann“, erklärt Lorse.

Neben altbewährten gibt es auch neue Stände – wie das Label „Grubenmann“. Jan Felix Dünisch verkauft Alltagsartikel, darunter Tassen oder T-Shirts, auf denen witzige Mottos, die typisch für das Ruhrgebiet sind, aufgedruckt sind. Und Kunst im XXL-Format gibt’s auch noch: Markus Avermann aus Witten hat Bilder aus Materialien wie Holz, Marmor oder Stoff gestaltet und verkauft sie an Liebhaber.