Alles im Garten hat seine Ordnung

Überall sprießt und grünt es im Garten von Ingrid Adelt (r.) – aber hier hat alles seine Ordnung.Foto:Olaf Ziegler
Überall sprießt und grünt es im Garten von Ingrid Adelt (r.) – aber hier hat alles seine Ordnung.Foto:Olaf Ziegler
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Beim Saisonauftakt der offenen Gartenpforte holen sich Besucher bei Ingrid Adelt Anregungen für daheim und nehmen zum Teil sogar Pflanzen mit.

Hattingen..  Zwischen größeren Stauden und Sträuchern sprießen viele kleine Schatten- und Sonnenpflanzen in den Beeten. Ein kleiner Bachlauf quert den Garten, in dem Ingrid und Frank Adelt seit knapp 20 Jahren immer wieder Verschönerungen vornehmen. Bei der „offenen Gartenpforte“ holten sich Besucher am Samstag und Sonntag Tipps und Anregungen.

Der Garten wirkt auf den ersten Blick sehr gefüllt, aber hier hat alles seine Ordnung. An vielen Stellen hat ein kleiner Kniff große Wirkung gebracht. Etwa die Umrandung der Beete, die in der Regel mit Steinen vom Rasen getrennt oder von Buchshecke umgeben sind. In den Beeten selbst hat Ingrid Adelt Pflanzen nebeneinander gesetzt, die sich auch in der freien Natur ausbreiten. In einem Beet stehen Euphorbia und Knöterich beieinander. „Sie wuchern beide, eine Pflanze, die sich nicht durchsetzt, hat daneben keine Chance.“

Die Besucher erfahren, dass Adelt keine Pflanze gießt oder düngt. „Ich habe mal Kompost ausprobiert, davon zehren einige Stauden.“ Die Stauden schneidet sie im Früh- und Spätsommer zurück. Dabei achtet sie darauf, dass sich die umgebenden Pflanzen mit ihnen ergänzen und im Gesamtbild keine Lücken entstehen.

Die meisten Gäste schauen sich den fremden Garten an, um den eigenen Garten auf Vordermann zu bringen. Manche notieren sich Namen von Pflanzen oder spitzen bei den ausführlichen Erklärungen von Ingrid Adelt die Ohren. Ein Ehepaar aus Essen möchte einige Muster in ihrem rund 600 Quadratmeter großen Garten übernehmen.

Wie man zu viele Schnecken im Garten verhindert, ist eine Frage. „Mit Schneckenkorn. Aber bei fast allen Pflanzen fressen die Schnecken die Blüten“, weiß Ingrid Adelt, die auch Pflanzen besitzt, die nur eine kurze Blütezeit haben – wie Storchschnäbel.

Rainer Grünewald aus Velbert ist fasziniert: „Es ist interessant zu sehen, wie der Garten sich entwickelt und wie man es schafft, ihn beständig zu pflegen. Bei mir passt noch nicht alles perfekt, also schaue ich, was ich noch besser machen kann.“ Brigitte Strauss hat sich ihren Garten in Niederwenigern von Ingrid Adelt planen lassen, pflanzt nun nach und nach. Am Wochenende hat sie Rhodohyproxen mitgenommen. „Ich habe auch Schattenpflanzen ins Auge gefasst, Geranien sind schon da“, erzählt die Wennische.

Die Gäste mögen es, in Gärten zu entspannen. „Hier bei Adelt spüre ich die Seele des Gartens, weil die Arbeit mit Liebe gemacht wurde“, sagt Strauss. An einigen Stellen sind Sitzecken eingerichtet. Hier kann man entspannen, die Seele baumeln lassen.