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Hammertal

Alles auf eigene Gefahr

14.02.2012 | 17:01 Uhr
Alles auf eigene Gefahr
Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Hattingen.  Obwohl der Teich im Hammertal nicht freigegeben wurde, tummelten sich zeitweise um die 100 Schlittschuhläufer auf dem dünnen Eis.

Weder die Stadt Hattingen noch die Stadt Witten hat den Hammerteich offiziell freigegeben. Doch das störte in den vergangenen Tagen niemanden, der im Hammertal seine Runden auf dem zugefrorenen Gewässer drehte. Zeitweise tummelten sich um die 100 Schlittschuhläufer auf der dicken Eisdecke.

Sie kommen in Scharen, viele mit, manche auch ohne Schlittschuhe, andere mit Schlitten, auf dem sich die Kinder über das Eis ziehen lassen. Die Wintersportbegeisterten lassen sich das Vergnügen auf dem Hammerteich an der Stadtgrenze Hattingen-Witten nicht nehmen. Die meisten ignorieren das Schild „Betreten der Eisfläche verboten“.

Ursel Nietzke (49) hat keine Bedenken, wenn sie mit ihren Kindern und ihrem Mann Mathias auf dem Eis Schlittschuh läuft und Hockey spielt. „Wenn an der Insel im hinteren Bereich des Teichs die Eisdecke schon relativ dick ist, hat sie in der Mitte mindestens 20 Zentimeter“, meint die ­Wittenerin. Ohne Angst lässt sie ihre Söhne Eishockey spielen. Schließlich bekommt man diese Gelegenheit eher selten. „In den Eishallen dürfen die Jungs nie Hockey spielen. Deswegen sollen sie sich hier austoben.“

Der vierjährige Felippo lässt es da eher ruhiger angehen. Er liegt mit geschlossenen Augen auf dem Bauch auf einem Schlitten und lässt sich von seiner Mama Claudia Gießmann ziehen. Sie kennt das Schlittschuhlaufen an der frischen Luft noch aus ihrer eigenen Kindheit. „Damals sind wir immer an den Talsperren gewesen und dort aufs Eis ­gegangen. Das ist viel gefährlicher als der Hammerteich, dessen Eisschicht auf jeden Fall tragend ist“, sagt die ­Mutter. Dann legt sie sich wieder in die Kufen. Flott gleitet der Schlitten über die glatte Fläche.

So macht der Winter Spaß! Kinder kreischen vor Freude.

Bei strahlendem Sonnenschein kann man glatt vergessen, dass man sich auf zugefrorenem Wasser befindet. Doch wer innehält, merkt schnell, dass das Eis unter den Füßen arbeitet und sich bewegt. Manch ein Wasserbewohner lässt sich von dem ungewohnten Treiben oberhalb der Eisschicht nicht stören. Eine Schildkröte verharrt unter der eisigen Decke am Ufer.

Tobias Flemming und seine Töchter Indra (4) und Soraya (2) beobachten das Tier. Sie kennen es schon gut. „Im ­Sommer haben wir sie öfter ­gesehen, als sie am Uferrand paddelte“, so der 39-Jährige. Nach kurzer Zeit haben die Mädchen aber keine Lust mehr und fordern wieder die volle Aufmerksamkeit ihres Papas. In einer Schlitten­kolonne mit Tobias Flemming als menschliche Lokomotive vorneweg geht es wieder über den großen gefrorenen Hammerteich.

Franziska Bombach

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Kommentare
14.02.2012
20:49
Alles auf eigene Gefahr
von LarsFriedrich | #1

Liebe Franziska Bombach,
der Hammerteich liegt am Fuß des Hohenstein in Witten und nicht dort, wo sie ihn vermuten: gegenüber Haus Kemnade; das dortige Gewässer ist der alte Ruhrarm. Und so kann die Stadt Hattingen auch den hammerteich nicht freigegeben haben - wie gesagt, das ist Witten: http://www.witten.de/buergerservicerat-amp-verwaltung/verwaltung/presseinformationen/news-einzelansicht/article/lebensgefahr-das-eis-wird-weich.html

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