Afrika-Hilfe-Stiftung sucht Spenden

Johannes Küpperfahrenberg (li.) und Pfarrer Mirco Quint.
Johannes Küpperfahrenberg (li.) und Pfarrer Mirco Quint.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Im März reisen Pastor Mirco Quint und Johannes Küpperfahrenberg nach Ruanda. Die laufenden Projekte leisten bereits erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe.

Hattingen..  „Endlich. Ich freue mich, dass ich mir zehn Tage freischaufeln konnte, um die Projekte zu besuchen“, sagt Pastor Mirco Quint. Er ist Mitglied im Vorstand der Afrika-Hilfe-Stiftung mit Sitz in Niederwenigern. Auf die Reise möchte er außer Geld- auch Sachspenden mitnehmen wie Babykleidung, Kugelschreiber, Lernmaterial.

Anfang März wird Quint nach Ruanda reisen. Der Vorsitzende der Stiftung, Johannes Küpperfahrenberg, wird dann schon dort sein. Sein Vater initiierte die damals private Afrika-Hilfe nach einer Reise in das Land. „2003 wurde dann die Stiftung gegründet“, so Küpperfahrenberg, der Interessierte und Spender in Briefen über die Arbeit informiert. „Als kleine Stiftung brauchen wir Transparenz.“ Mindestens ein Mal im Jahr reist er in das Land, um zu sehen, ob das gespendete Geld richtig ankommt. Die Reisen werden nicht von den Spenden finanziert. „Sie fließen zu 100 Prozent in die Projekte.“

Die laufen äußerst erfolgreich, sollen „Hilfe zur Selbsthilfe sein“, erklärt Quint. Mit Erfolg: „Vor einigen Jahren haben wir ein Altenheim gebaut, weil es inzwischen durch den Völkermord 1994 viele alte Menschen ohne Familie gibt. Dazu gab es Land, eine Farm, jeder Bewohner sollte sich so einbringen, wie er kann“, erklärt Küpperfahrenberg. Inzwischen trägt sich das Altenheim selbst – durch den Verkauf von Produkten, die die Bewohner selbst anbauen.

Weiteres Beispiel: „Die Ausbildung junger Frauen an Nähmaschinen“, so Quint. Sie nähen alles – nur keine Babykleidung. Die wird darum gesucht. Bis Kleidergröße 86 wird Kleidung benötigt. Wintersachen werden nicht gesucht.

Als Anerkennung empfindet es Küpperfahrenberg, dass inzwischen Misereor in ein Projekt mit eingestiegen ist. „Mit viel Werbung erhalten wir etwa 45 000 Euro Spenden im Jahr, alles können wir damit nicht tragen.“ Darum suchte die Stiftung Partner für das Projekt Kinderfamilien. In Ruanda leben etwa 800 000 Kinder ohne Vater und Mutter, die älteren Geschwister kümmern sich um die jüngeren. Diese „Kinderfamilien“ werden individuell unterstützt und begleitet. Ein Großteil des Geldes für dieses von der Stiftung entwickelte Projekt kommt inzwischen von Misereor. Die Stiftung kooperiert mit der Caritas – und mit den Pfarrern. „Die sind in den Orten Sozialarbeiter, Geburtshelfer, Pfarrer, oft einzige Bewohner mit einem Auto“, erläutert Quint. „Wir sind an die Kirche angebunden, weil die politischen Kräfte unkalkulierbar sind“, so Küpperfahrenberg.

Auch nach Rugango wird er mit Quint fahren – dort werden Schul- und Ausbildungen für bedürftige Jugendliche gefördert. Dafür werden beispielsweise Kugelschreiber gesucht. „Und wenn uns jemand dazu noch fünf Euro gibt, werden wir die auch gut für die Menschen anzulegen wissen“, sagt Quint.

Eine ehemalige Krankenschwester der Krankenstation baut außerdem gerade eine inklusive Schule auf. „Dafür brauchen wir spielerisches Lernmaterial im Kindergarten- und Grundschulniveau, Spiele, die auch ohne Worte funktionieren“, so Quint – und hofft, dass Einrichtungen und Schulen oder Privatleute Material spenden.

46 Kilo darf er mitnehmen nach Ruanda – und möchte die gerne so wie Küpperfahrenberg mit Spenden auffüllen. Und wenn es mehr wird, dann „schicken wir Pakete“.

Auf den Erfolgen ruht sich die Stiftung nicht aus. Beispiel: das Heim für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. 28 elternlose, traumatisierte, geistig behinderte Kinder leben dort. Mit 1000 Euro monatlich finanziert die Stiftung dieses Heim mit acht Erzieherinnen. Aktuell wird nach Lösungen gesucht, wie diese Kinder als Erwachsene eventuell betreut leben und teils arbeiten können.