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Stadtentwicklung

Ärger über Müll und Wildwuchs

19.09.2012 | 19:06 Uhr
Ärger über Müll und Wildwuchs
Um die Probleme und Ziele der Stadtteile Welper, Blankenstein, Holthausen und Bredenscheid ging es gestern am WAZ-Mobil in Welper.Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.   Am WAZ-Mobil in Welper klagten Bürger ihr Leid. Die Themen Sauberkeit, Spielplätze und Ortsbelebung sorgten für rege Diskussionen.

Dreck reinigt den Magen – lautet ein Sprichwort. Und reizt die Gemüter – könnte es fortgeführt werden. Am WAZ-Mobil auf dem Marktplatz Welper haben gestern viele Bürger ihrem Zorn Luft gemacht – und den Dreck im wahrsten Sinne des Wortes nach oben gekehrt. Das Thema „Sauberkeit“ entpuppte sich als großes Ärgernis in Welper, Blankenstein, Holthausen, Bredenscheid, Oberstüter.

„Was ist Welper für ein Drecksloch geworden?“ Kopfschüttelnd steht Marlies Kilfitt inmitten einer Menschentraube auf dem Marktplatz und deutet in alle Himmelsrichtungen. „Früher ist alles sauber gehalten worden, es war so schön hier“, sprudelt es aus der gebürtigen Welperanerin heraus. „Heute muss man sich schämen, Welperaner zu sein.“

Mit ihren deutlichen Worten steht sie nicht alleine da: „Überall Unkraut, Müll und Zigarettenkippen – ich bin schockiert“, meldet sich auch Ute Willeke zu Wort, die von Welper nach Australien gezogen und derzeit zu Besuch in der Heimat ist. „Das ist nicht einmal das Schlimmste“, antwortet ihr sogleich Manfred Kaiser mit leichtem Sarkasmus: „Grußlos in Welper: Die Nachbarn gehen mit gesenktem Kopf an einem vorbei – weil sie aufpassen müssen, dass sie nicht in Hundedreck treten.“

Kein Patentrezept

Und so beschweren sich viele Bürger über Müll und Wildwuchs: An der Marktstraße Welper, an der Horstschule in Blankenstein, auf den Friedhöfen in Holthausen und den Parkplätzen im Hügelland. Um nur einige Beispiele zu nennen. Immer das alte Lied: „Es fehlt an Geld und Personal“, bringt Dieter Oxfort, Ortsvorsteher von Blankenstein und Welper, das Problem auf den Punkt. Lösungsansätze jedoch sind Mangelware. „Wir wissen alle, wo das Problem ist“, sagt die Oberstüter Ortsvorsteherin Ulrike Brauksiepe leicht resigniert. „Aber es gibt kein Patentrezept zur Lösung.“ Im Gegenteil: „In Zukunft werden wir noch mehr Dinge haben, die bemängelt werden“, fürchtet Holthausens Ortsvorsteherin Marlis Fry. Sie sieht wie Oxfort und Brauksiepe nur einen Ausweg: ehrenamtliches Engagement.

Das wünschen sich auch Stephanie Baltes und Kerstin Hossiep-Loock aus Welper: Der Luisenspielplatz sei „ein trauriger Anblick“, finden die jungen Mütter und ernten dafür große Zustimmung. Beim Spielplatz Am Bergmannsweg in Bredenscheid sei es genauso. „Man könnte doch Spielplatz-Paten einrichten“, schlägt Kerstin Hossiep-Loock vor. Eine Idee, die auch der Demografie-Beauftragten Regine Hannappel gefällt. „Spielplätze sind und bleiben ein Thema der Zukunft“, sagt sie. Aber auch dabei gehe es um die Frage der Finanzierung: „Manche Spielflächen kann man nur noch als Grünflächen halten.“ So wie den Luisenspielplatz in Welper. Stattdessen konzentriere sich die Stadt in diesem Ortsteil auf den Spielplatz Müsendrei: „Nicht überall ein bisschen, sondern lieber zwei, drei vernünftige Spielplätze“, erklärt Hannappel das dahinterstehende Konzept.

Außen vor

Nach einem Konzept fragt auch Ulrich Hahne aus Blankenstein: „Wie kann man den Ort beleben?“ Auch Hans Hartung findet: „Es ist eine Schande, dass die Potenziale nicht erkannt werden!“ Blankenstein sei „außen vor“, dort passiere nichts. Weder auf dem HWG-Gelände, noch bei der Bepflasterung der Sprockhöveler Straße, führt er als Beispiel an. „Blankenstein ist schön, gemütlich, ruhig“, antwortet Oxfort, und das werde man auch nicht grundlegend ändern können. Dennoch soll der Ort einen neuen „Anziehungsmagneten“ bekommen: Die Aufwertung des Gethmannschen Gartens steht ganz oben auf der Planungsliste, so Hannappel. Auch das Dreck-Problem hat sie auf der Liste notiert.

Sophia Schauerte



Kommentare
19.09.2012
20:43
Respekt
von bochumerjunge1965 | #1

für die Welperaner für diese schonungslose und öffentliche Darstellung der Situation in unserer Stadt.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gut finde ich auch das die WAZ diesen Artikel online gestellt hat, und man dazu seine Meinung schreiben darf.

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