Abitur-Auftakt fast ohne Panne

Abiturprüfung am Gynmasium Holthausen (v.li.): Naemi Vo Huu (19), Philine von Hülsen (19), Alina Walzel (18), Felix Wolff (18), Yannik Alda (17).
Abiturprüfung am Gynmasium Holthausen (v.li.): Naemi Vo Huu (19), Philine von Hülsen (19), Alina Walzel (18), Felix Wolff (18), Yannik Alda (17).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Schüler nennen schriftliche Aufgaben für das Fach Deutsch „nicht leicht, aber machbar“. NRW-Ministerium korrigiert Textpassage der Leistungskurs-Klausuren.

Hattingen..  13.45 Uhr ist’s, da ist der Auftakt des zentralen Abiturs 2015 in NRW mit den Klausuren im Fach Deutsch beendet. Und wie waren sie, die Aufgabenstellungen? „Sie waren zwar nicht leicht, aber machbar“ sagte Paulin Büscher, eine von insgesamt 322 Hattinger Abiturienten, die in den nächsten Wochen ihre Reifeprüfung ablegen. Ähnlich klingende Kommentare wie die der 18-Jährigen gab es unter den Abiturienten an diesem Dienstag viele. Auch die Fachlehrer bewerteten die Aufgabenstellungen als fair.

Mit einer Abhandlung über die „Ursprünge der menschlichen Kommunikation“ des amerikanischen Anthropologen Michael Tomasello hatte etwa Paulin Büscher sich während der fast fünfstündigen Leistungskurs-Klausur auseinandergesetzt, Sophia Lücke (18) wählte derweil eine vergleichende Analyse von Auszügen aus Franz Kafkas Roman „Der Prozess“ und Josephs Roths „Hiob“: „Das war sehr viel, jetzt tut mir der Kopf weh.“ Als drittes zur Wahl hatten NRWs Leistungkursschülern zwei Gedichte über Falken der Dichter Achim von Arnim und Norbert Hummelt gestanden. Ähnlich breit gefächert war das Themenspektrum für die Grundkurs-Klausuren.

Noch rund zwei Stunden, ehe die 222 Deutsch-Abiturienten am Gymnasium Holthausen, an der Waldstraße, an der Gesamtschule in Welper und allüberall in NRW um 9 Uhr ihre Prüfungsumschläge öffnen durften, galt es in den Kollegien indes bereits die erste Abi-Panne zu beheben: Ein „redaktionelles Versehen“ habe dazu geführt, dass eine Leistungskurs-Aufgabenstellung verzichtbare Angaben zu Hilfsmitteln enthielt, bestätigte die Sprecherin des NRW- Schulministeriums, Barbara Löcherbach, auf WAZ-Anfrage. Um mögliche Unsicherheiten bei den Prüflingen zu vermeiden, habe man sich daher entschieden, allen am Zentral-Abi beteiligten Schulen eine korrigierte Fassung zuzustellen. Diese wurde am Dienstagmorgen jeweils neu ausgedruckt.

Schon heute übrigens stehen die nächsten Klausuren an – im Fach Informatik geprüft werden in Hattingen allerdings nur insgesamt drei Abiturienten. Am Donnerstag und Freitag geht es dann u. a. auch für Sophia Lücke und Paulin Büscher weiter: mit Klausuren in Englisch bzw. Kunst. Lernen dafür wollten sie – wie die meisten Deutsch-Abiturienten – zumindest an Dienstag nicht mehr. Nach mehrstündigem Kopfzerbrechen, sagte Felix Wolff (18), müsse man sich „erst mal mental ablenken“ – zum Beispiel mit Sport. Oder aber nach all' dem Stoffbüffeln einen Nachmittag lang einmal wieder das Nichtstun genießen.