Aberglaube in jedem Land anders

Vasilios Chalos
Vasilios Chalos
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Freitag, der Dreizehnte, ist nicht überall ein Pechtag. Manchmal ist es auch der Dienstag. Doch viele Bürger lächeln über Unkenrufe.

Hattingen..  Drei Mal schwarzer Kater. Leiter umgehen und überhaupt sehr aufpassen: Heute ist Freitag, der Dreizehnte, und abergläubige Menschen haben schon am Morgen nicht die beste Stimmung. Mancher mag sich den Tag rot im Kalender angestrichen haben – den Unglückstag fest im Blick.

In manchen Ländern ist es ebenso. Aber auch wieder: Vor allem in den Mittelmeerländern kennt man den Dreizehnten als Unglückstag – aber nur, wenn es ein Dienstag ist. Die Griechen und die Spanier vor allem streichen sich den Dreizehnten im Monat an, wenn es der zweiten Wochentag ist. „Bei uns gibt es so einen Spruch: Heirate nicht am Dienstag, den Dreizehnten, und fange nichts Neues an“, erzählt Gisele Cervances (42). Die Lehrerin ist in Barcelona geboren, hat Familie in der ganzen Welt und hält nichts von diesem Aberglauben. „Mein Opa wurde am 13. Oktober geboren. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Dienstag war, aber für uns war der Dreizehnte immer ein Glückstag“.

Der Spanier Juan Ales Neila hält nichts vom Aberglauben. „Man sagt: Nicht ein Flugzeug besteigen, wenn der Dienstag der Dreizehnte ist“, sagt er. „Aber manchmal kann man das gar nicht vermeiden“. Der Friseur hat ein Salon in der Altstadt: „Wir machen Freitag nicht auf“, scherzt er. Manche Betriebe nehmen den Aberglauben ernst: Einige Fluggesellschaften verzichten auf die Nummer 13 in den Sitzreihen. Dann folgt auf die zwölfte einfach die 14. Sitzreihe.

Auch in Griechenland ist ein Dienstag, der auf den 13. eines Monats fällt, ein besonderer Tag. „Das ist der Pechtag Nummer eins“, betont Vasilios Chalos (23). Der Gastronom arbeitet in einem Familienbetrieb in der Innenstadt. „Die Leute versuchen, möglichst nicht aus dem Haus zu gehen. Selbst wenn es ein Arbeitstag ist“, erzählt er. „Wenn ich früher bei Freunden oder Verwandten angerufen habe, waren sie zu Hause“, erzählt er. „Sie haben Angst, dass etwas Schlimmes passiert“. Viele würden schon am Montag die Einkäufe erledigen, um dem Unglückstag aus dem Weg zu gehen. Sein Vater Athanasios Chalos (53) hat es als Kind noch miterlebt. „Das hat bestimmt einen historischen Hintergrund. Vielleicht hat Zeus seine Finger im Spiel“.

In Italien allerdings kann das nicht passieren. Dort ist die 17 die Unglückszahl. „Wenn meine Mutter hört, ich fahre am Siebzehnten nach Italien, dann fleht sie mich an, noch einen Tag zu warten“. Michele Larocca (50) ist Pizzabäcker in der Altstadt. Jeder Siebzehnte im Monat sei kein guter Tag. Wenn es aber ein Freitag ist, dann sei er besonders schlecht. Larocca hat damit kein Problem. Mit dem Dreizehnten allerdings auch nicht: „Ich habe schon so viele erlebt, da ist alles gut gelaufen.“ Den nächsten Freitag mit der 13 gibt es bereits im März. Im April ist erst ein Freitag, 17., und ein Dienstag, 13., lässt bis Oktober auf sich warten.