77 Nummern für fehlende Pflegekräfte am EvK

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Hattingen reiht sich in die bundesweite Protestkette ein, die für eine bessere Personalausstattung in Kliniken eintritt.

Hattingen..  Sie haben keine Trillerpfeifen im Mund, sondern Zettel mit Nummern in der Hand. Sie ziehen nicht mit Verdi durch die Altstadt wie vor Wochen die Erzieherinnen. Sie sammeln sich im Foyer des EvK und gehen dann gemeinsam nach draußen vors Evangelische Krankenhaus für ein Foto. Vom Streik der Pflegekräfte in Kliniken bekommen Patienten nicht viel mit.

Draußen strecken die streikenden Frauen und Männer in Klinikkitteln der Kamera Nummern auf Zetteln entgegen. Fürs Pflegepersonal im Evangelischen Krankenhaus stehen die 77 Nummern von 72 013 bis 72 090. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten sie hoch für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die vor Ort in der Pflege fehlen. 77 sind es am EvK, für die Klinik Blankenstein hat Gewerkschaftssekretärin Cornelia Haupt vom Verdi-Bezirk Südwestfalen in Hagen 53 fehlende Kräfte ermittelt.

Nicht nur in Hattingen geht es am Mittwoch um Personalnotstand in Krankenhäusern. Die Hattinger sind Teil einer bundesweiten Protestkette, die die Unterversorgung in deutschen Kliniken deutlich machen möchte mit Nummernzetteln bis 162 000 – von der Charité in Berlin bis Bad Dürkheim, wo gestern die Gesundheitsminister von Bund und Ländern tagten. Mittendrin Hattingen.

Verdi hat in diversen Häusern Kollegen im Nachtdienst besucht und oft nur eine Fachkraft für 45 Patienten angetroffen. Die Gewerkschaft fordert ein Gesetz zur Personalbemessung in Krankenhäusern und dessen Finanzierung sowie ausreichende Krankenhausinvestitionen durch die Bundesländer. „Die Regierung kennt die dramatischen Auswirkungen der Personalnot für Patienten, doch sie handelt nicht“, erklärte Cornelia Haupt im Aufruf zum Streik. Nach zehn Minuten ist er vorbei, alle eilen zurück zu den Patienten. In Hattingen hoffen nicht nur Kirsten Vitt (Neurologie), Torben Gottschalk (Auszubildender) oder Pflegemanager Marcus Fritz auf eine Besserung der Personallage.