50 Jugendliche in Quarantäne
18.10.2009 | 15:36 Uhr 2009-10-18T15:36:00+0200Drei Konfirmanden sind während einer Freizeit an Schweinegrippe erkrankt. Die anderen haben Symptome.
Mit so einem Empfang hatten sie nicht gerechnet: Eltern, Ärzte, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk warteten auf dem Parkplatz an der Roonstraße auf 200 Konfirmanden, die am Samstagabend mit Bussen aus Tönning zurückkehrten. 50 von ihnen mit Verdacht auf Schweinegrippe. Bei drei Jugendlichen zwischen zwölf und 14 Jahren ist das H1N1-Virus inzwischen nachgewiesen worden.
Bis Freitag gab es 20 Hattinger, die an der „neuen Grippe” erkrankt waren. Die Zahl könne jetzt weiter steigen, teilt Kreis-Sprecher Ingo Niemann mit. Die Teilnehmer der Konfirmandenfahrt mit ähnlichem Krankheitsbild wie die erkrankten Jugendlichen gelten als erkrankt und müssen zu Hause in Quarantäne bleiben.
Bevor die Mädchen und Jungen mit ihren Eltern nach der Rückkehr nach Hause durften, wurden sie in den Reisebussen von Ärzten untersucht. „Alle Kinder können zu Hause behandelt werden. Allen geht es soweit gut, alles deutet auf unproblematische Krankheitsverläufe hin”, erklärte Dr. Hans-Joachim Boschek, Amtsarzt im EN-Kreis. Allerdings hätten einige Jugendliche stärkere Krankheitssymptome. Bei dem meisten seien sie mild. Wo nötig, hätten sie eine Behandlung mit Tamiflu eingeleitet.
Für die Eltern gab es Merkblätter mit Hinweisen wie: Schlafen Sie in getrennten Schlafzimmern. „Natürlich waren sie verunsichert und hatten viele Fragen, weil ihre Kinder als Vorsichtsmaßnahme mit Mundschutz aus den Bussen stiegen”, sagt Boschek. Einige seien auch besorgt, weil in den Familien Mitglieder mit erhöhten Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der neuen Grippe leben.
Besorgt drängen sich die Eltern am Samstag hinter dem Absperrband. Telefonieren, diskutieren. Wer neu hinzu gestoßen ist, wird in der Sporthalle von Dr. Boschek informiert: über Vorsichtsmaßnahmen, Verhaltensregeln. Für eine Mutter wird das Warten draußen zur Qual: Sie bricht in Tränen aus, als Einsatzfahrzeuge des DRK im Marschverband den Parkplatz an der Roonstraße erreichen. Dann – endlich – die Busse.
Einzeln steigen die Kinder aus, treten ins Scheinwerferlicht. Über ein Megafon rufen Helfer der Feuerwehr ihre Namen aus: Überglücklich rennen sie ihren Eltern entgegen, umarmen sie. Mehr als eine Stunde dauert es, bis alle 200 Teilnehmer der Konfi-Freizeit die Busse verlassen haben. Sich ihr Gepäck schnappen, nach Hause fahren. „Mehrere Jugendliche sind von ihren Eltern bereits in Tönning abgeholt worden”, sorgt sich Laura Osterheld, ob die Eltern schon informiert seien. Die 16-Jährige war als Betreuerin dabei.
„Die Stimmung in der Jugendherberge war etwas bedrückt”, erzählt Laura. „Seit Mittwoch sind immer mehr Kinder erkrankt, hatten bis zu 40 Grad Fieber, ein Betreuer hatte sogar einen Fiebertraum, also Halluzinationen.” Notärzte kamen, untersuchten die Erkrankten. „Sie sagten, es sei keine Schweinegrippe, sondern ein aggressiver Grippe-Infekt”, fasst eine andere Gruppen-Leiterin zusammen. Erst am Freitag seien Abstriche genommen worden – am Samstag, während der Rückreise, kam dann das Ergebnis: H1N1.
13:50
hoffen wir dass alle schnell gesund werden und es keine komplizierten Fälle mehr gibt. unserem sohn geht es bereits wieder gut und hoffentlich allen anderen auch.
noch was in eigener Sache: wir haben in der Aufregung am Samtag auf dem Marktplatz eine kleine schwarze Reisetasche mit folgendem Inhalt stehen lassen: Zahnspange, Ipod, Krankenkarte und div. andere Dinge. Sollte jemand diese Tasche gefunden oder mitgenommen haben, so bitten wir um Rückgabe gegen Finderlohn. Es wäre uns wirklich wichtig, insbesondere wegen der Zahnspange. Info bitte an: 0178 7618188
18:38
bin ich froh, dieses jahr nich mit nach tönning gefahren zu sein...
aber da herrschen eh ganz schön unhyghienische zustände, kein wunder, dass sich das so schnell verbreitet hat.