30 Jahre Austausch mit Ungarn

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Gymnasium Holthausen: Zum runden Geburtstag gab es einen Empfang im Landtag und ein Treffen mit dem ungarischen Generalkonsul.

Hattingen..  Das Wetter passt. Es ist wie gemacht, die bunten Luftballons in den Himmel steigen zu lassen. In Holthausen steigt aber kein Kinderfest bei lauem Lüftchen. Gefeiert werden 30 Jahre Schüleraustausch des Gymnasiums mit Ungarn. Deshalb dürfen es die Luftballons nicht beliebig bunt treiben, sondern spiegeln die deutsch-ungarischen Landesfarben wieder in Schwarz, Rot, Gelb (Gold ist bei Luftballons eher selten) und Rot, Weiß und Grün.

Die Idee für den Schüleraustausch hatte damals Sportlehrer Dr. Antal Nadi, der vor zwölf Jahren in den Ruhestand ging. Er wollte sich die Studien-Abschlussarbeit eines ungarischen Freundes ansehen. Dabei erfuhr er, dass das Jedlik Ányos Gimnázium eine Partnerschule suchte. Es fand sie in Holthausen.

Die erste Fahrt nach Budapest mit 30 Schülern dauerte 22 Stunden. Inzwischen läuft vieles schneller und reibungsloser nach 30 Jahren Praxis. Seit einigen Jahren fliegen die Schüler.

„Wir wollten einfach ein Zeichen setzen für unsere langjährige Freundschaft“, sagt Lehrerin Angelika Pratke, die das Programm mit ihrem Kollegen Karlpeter Schmitz betreut. Sie freut sich nicht nur über die Luftballons als Symbol, sondern besonders über die deutsch-ungarische Freundschaft. Und nicht zuletzt auch darüber, dass sie immerhin seit einer Halbzeit dabei ist: „Ich betreue den Austausch inzwischen seit 15 Jahren“, sagt sie.

Ablauf nach bewährtem Muster

Der Austausch läuft seit Jahren nach bewährtem Muster ab. „Im Mai oder Juni kommen die ungarischen Schüler zu uns nach Hattingen“, erklärt Angelika Pratke. In diesem Jahr sind es 27 Schülerinnen und Schüler. Im September steht dann der Gegenbesuch in Budapest an. Die Jugendlichen wohnen jeweils in Gastfamilien. Die Verständigung funktioniert gut, so die deutsche Lehrerin. „Viele Familien in Ungarn sprechen Deutsch“, weiß sie. In anderen wird Englisch gesprochen, „oder es klappt auch so, mit Händen und Füßen“.

Bei vielen Familien habe der Austausch inzwischen Tradition. Es sind Kinder von Schülern dabei, die am ersten Austausch vor 30 Jahren teilgenommen haben. Auf den Weg ins jeweils andere Land machen sich Schüler aus den Klassen acht bis elf. Manchen genügt ein Austausch nicht, sie waren schon dreimal dabei.

In diesem Jahr freuten sich alle auf den Empfang im Landtag in Düsseldorf, der zum 30. Geburtstag anstand, und auf das Zusammentreffen mit dem ungarischen Generalkonsul. „Denn das ist eine schöne Würdigung“, findet nicht nur Lehrerin Angelika Pratke.