23-Jähriger fuhr Fluchtauto von Handy-Dieben

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Was wir bereits wissen
Reuiger Angeklagter wurde am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Hattingen..  Wegen „gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall“ hatte sich am Mittwoch ein 23-jähriger Gelsenkirchener vor dem Amtsgericht Hattingen zu verantworten – als einziger von insgesamt vier Tätern, die in der Nacht des 6. Juli 2013 am Einbruch in eine Vodafone-Filiale auf der Heggerstraße beteiligt gewesen waren. Gestohlen hatten die Täter seinerzeit acht Mobiltelefone sowie zwei Tablets im Wert von insgesamt rund 4500 Euro.

Der 23-jährige Arbeitssuchende hatte dabei in jener Nacht das Fluchtauto – einen VW Passat – gefahren, dies gestand er selbst bereits kurz nach der Tat gegenüber der Polizei ein, die das Quartett noch auf der Fluchtfahrt gestellt hatte. Kurios: Vor einigen Monaten hatte sich zunächst der Vater des Angeklagten vor dem Amtsgericht verantworten müssen – als Halter des Fluchtautos war er versehentlich mit der Tat in Verbindung gebracht worden.

Am Mittwoch bestätigte der 23-jährige Gelsenkirchener nun auch gegenüber dem Vorsitzenden Richter Johannes Kimmeskamp seine damaligen Aussagen zur Tatbeteiligung. Alles, was ihm zur Last gelegt werde, sei „die Wahrheit“. Die drei Mittäter – von denen zwei bereits vom Jugendgericht in Gelsenkirchen zu Sozialstunden verurteilt worden sind, der dritte ist der Polizei bislang nicht bekannt – hätten ihn seinerzeit als Fahrer des Fluchtautos angeworben. Er habe die drei kaum gekannt, aber wohl auch deshalb mitgemacht, weil er damals ohne Job gewesen sei. „Was sollten Sie denn dafür bekommen?“, fragte Kimmeskamp. Die Beute hätte schon bald nach der Tat weiterverkauft, der Gewinn durch vier geteilt werden sollen, entgegnete der Angeklagte.

Dass er ein umfangreiches Geständnis abgelegt hatte und keinerlei Vorstrafe besitzt, hoben sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch Richter Kimmeskamp als positiv hervor. Der Forderung der Staatsanwaltschaft auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, schloss sich Kimmeskamp in seinem Urteil, das sich am unteren Rand des Strafmaßes bewegt, denn auch an. Einzige Auflage: Der 23-Jährige muss dem Gericht jeden Umzug umgehend mitteilen. „Das ist alles“, so Kimmeskamp. Vorausgesetzt, der Gelsenkirchener bleibe in den nächsten drei Jahren straffrei. Das habe er vor, sagte dieser: Was er getan habe, tue ihm Leid. „Es wird nie wieder vorkommen.“