200 Meter langes Idyll zwischen Wiese und Sträuchern

Foto: Fischer
Die Stadt hat durch eine Maßnahme für 79 000 Euro ein Stück der Kerbecke in Niederwenigern renaturiert.

Hattingen..  Langsam fließt das Wasser vorbei an einigen Stoßsteinen. Der Bach sucht sich zwischen Sträuchern seinen Weg, einige Lebewesen in ihm einen neuen Lebensraum. Die Kerbecke in Niederwenigern wurde vor einem Jahr auf einer Länge von 200 Metern renaturiert. Die Entwicklung ist bislang positiv verlaufen, ein kleines Idyll ist entstanden.

„Die Natur hat sich in die richtige Richtung entwickelt“, freut sich Melanie Jagusch-Klich, Abteilungsleiterin des Fachbereiches Stadtbetriebe und Tiefbau der Stadt. Das war vor einem Jahr abzusehen, als die Arbeiten neben dem Campingplatz „Am Kempel“ auf Hochtouren liefen. Sohlschalen wurden abmontiert, um die Fließgeschwindigkeit des Baches zu verringern. Die Ufer wurden abgesenkt, ein kleines Wehr wurde entfernt und neuer, natürlicher Untergrund aufgeschichtet.

79 000 Euro ließ sich die Stadt diese Maßnahme kosten, die bereits im Bebauungsplan für die Siedlung am Rüggeweg 2004 als Ausgleich abgesegnet wurde. Allein 60 000 Euro fielen für die Arbeit der zuständigen Baufirma an.. Für weitere 16 000 Euro musste eine Leitung der AVU verlegt werden, die zuvor unter dem geleiteten Bach her verlief. „Das war aufwändig“, sagt Jagusch-Klich.

62 Erlen und mehr als 80 Sträucher

Doch bislang hat sich die Mühe gelohnt. Auf dem Grundstück, das die Stadt erworben hatte, stehen nun 62 Schwarzerlen und mehr als 80 Sträucher mitten auf der Wiese, die durch den Bachlauf geteilt ist. „Wenn die Erlen noch größer werden, bieten sie Schattenplätze in diesem Bereich“, bewertet Melanie Jagusch-Klich dies als eine Aufwertung.

Zudem haben sich im vergangenen Jahr viele Kleinstorganismen in Bachnähe angesiedelt, die zwischen dem steinigen Bachuntergrund genügend Nischen gefunden haben. Fische nutzen die Nischen zum Laichen. Durch die sich durch die wechselnde Wassermenge im Bach verschiebenden Steine ergeben sich immer wieder neue Nischen. Manchmal tritt das Wasser auch leicht übers Ufer. Ursprünglich sollte die Kerbecke auf einer Länge von 300 Metern renaturiert werden. Die bislang noch nicht renaturierten 100 Meter verlaufen durch den Campingplatz. „Wir müssen dafür mit dem Betreiber sprechen. Dort werden wir nicht so viel Platz für die Entfaltung der Natur haben“, sagt Melanie Jagusch-Klich. Bis es überhaupt dazu kommt, soll aber die weitere Entwicklung des ersten Stücks abgewartet werden. Das ist auch eine Vorgabe der Unteren Wasserbehörde.

Die Stadt will demnächst zudem sechs Stellen am Sprockhöveler Bach umgestalten, um dort durchgängig natürlichen Lebensraum für Mikroorganismen zu schaffen.