20 Bücher passen in jeden Koffer

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Für den Urlaub empfiehlt die Stadtbibliothek E-Book-Reader mit Krimis, Fantasy, Sachliteratur, Unterhaltung oder Biografien für Sehbehinderte.

Hattingen..  Sie kommen auf die beste Ausleihquote unter allen Medien, werden vierzig Mal im Jahr für vier Wochen mitgenommen. Und mit jedem E-Book schleppt der Nutzer der Stadtbibliothek gleich 20 Bücher ab, ohne sich totzuschleppen. Denn ein elektronischer Reader wiegt gerade mal so viel wie zwei Tafeln Schokolade, bietet aber so viel Lesestoff, wie zwei Arme kaum tragen können. Weshalb ihn die Bibliothekare Lesern gerade für den Urlaub empfehlen. Der Koffer ist mühsam gepackt, nachdem sich schon zwei Mann draufgesetzt haben. Wohin jetzt mit der Ferienlektüre für laue Abende oder zwischendurch am Pool?

Passt auch in die kleinste Tasche

Mit dem Flachmann zum Ausleihen ist das kein Problem mehr, der E-Book-Reader passt auch in die kleinste Tasche.

Einzige Einschränkung, die Leser in Kauf nehmen müssen: Sie können keine Auswahl treffen. Wohl können sie sich für ein Genre entscheiden. Zuschlagen bei Krimis, die sich auf zwei von elf Readern finden. Oder sich festlegen auf Biografien, Fantasy, Sachliteratur, Moderne Unterhaltung, Historie oder Stoff für freche Frauen.

Zu jedem Elektronischen Buch gehören 20 Titel fest. Womit erst ein Zehntel der Kapazität ausgeschöpft ist. Insgesamt passen 200 Bücher auf ein Lesegerät, doch die wollen auch bezahlt sein, so Leiter Bernd Jeucken von der Stadtbibliothek. Neue E-Books werden sukzessive gekauft.

Eingeführt hat die Stadtbibliothek die E-Book-Reader im April vor drei Jahren. Die Zahl ist von vier auf elf Geräte gestiegen, von denen einige unbespielt sind für die Onleihe-Sprechstunde jeden zweiten Dienstag im Monat von 16 bis 17 Uhr. Die nächste findet am heutigen Dienstag statt.

Die Ausleihe läuft inzwischen ganz anders, als ursprünglich geplant. Unterschiedliche Geräte kennenlernen und testen, welches den Nutzern zusagt – das gehört auch heute noch dazu. Die E-Books waren aber auch angeschafft worden, damit Leser sich über die Onleihe Ruhr Stoff nach Wahl aufs Gerät laden. „Das haben wir schnell drangegeben“, sagt Jeucken. Nach dem fünften Benutzer konnten keine neuen mehr an den Start gehen. Fünf Familienmitglieder können sich wohl einen E-Book-Reader teilen und darauf lesen. Für die Bibliothek war das System aber nicht tauglich, weshalb sie umgeschwenkt ist und die heutige Form der Ausleihe anbietet. Ein Reader – der mit Biografien – ist für Sehbehinderte geeignet, die die Bücher vorgelesen bekommen.

Die Sparte hat inzwischen Kristina Hannemann als neue Mitarbeiterin der Stadtbibliothek übernommen, sie berät die Leser im Umgang mit dem Elektronischen Buch.