17 Hattinger in diesem Jahr vermisst

Suche mit Leichenspürhund
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Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Eine Seniorin wurde tot aufgefunden. Bei Jugendlichen wird die Polizei sofort tätig, bei Erwachsenen, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht.

Hattingen..  17 Menschen wurden in diesem Jahr in Hattingen bereits bei der Polizei als vermisst gemeldet. Kreisweit verschwinden pro Jahr etwa 300 Personen. Die meisten tauchen wieder auf. Aber die Polizei musste in diesem Jahr den Angehörigen einer vermissten Hattingerin auch schon eine traurige Nachricht überbringen.

„Der letzte spektakuläre Fall in Hattingen war im April dieses Jahres“, erinnert sich Polizeisprecher Dietmar Trust. Eine 74-jährige Dame wurde hilflos hinter einer verschlossenen Tür vermutet. „Als wir die Tür aufgebrochen hatten, haben wir einen Abschiedsbrief gefunden“, berichtet Trust. Sofort wurde eine intensive Vermisstensuche eingeleitet. „Recht schnell meldete sich aber die Bochumer Polizei, die eine Tote im Kemnader See gefunden hatte. Das war unsere Vermisste.“

Dauer des Verschwindens unwichtig

Der Fall der Hattingerin verdeutlicht, in welchen Fällen die Polizei sofort tätig wird. Es sei nämlich mitnichten so, dass ein Mensch erst eine gewisse Zeit verschwunden sein muss, bevor überhaupt etwas unternommen wird. „Bei Personen unter 18 Jahren werden wir sofort aktiv“, betont Trust. Sie bestimmen nicht selbst über ihren Aufenthaltsort.

Bei Erwachsenen liegt der Fall anders. Sie haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht und dürfen sich aufhalten, wo sie wollen. „Dann ermitteln wir, ob eine Gefahr für Leib und Leben angenommen werden kann.“ Ist der Vermisste krank, auf Medikamente angewiesen oder suizidgefährdet, beginnt die Polizei mit einer intensiven Suche. „Die Dauer des Verschwindens ist bei konkreten Hinweisen egal“, unterstreicht der Polizeisprecher. Dann kommen unter Umständen auch Menschen-Suchhunde zum Einsatz, Hubschrauber mit Wärmebildkameras können eingesetzt werden. Die Verkehrsbetriebe, Krankenhäuser und Taxibetriebe werden informiert.

Der erste Weg führt die Ermittler aber in das nähere Umfeld des Vermissten. „Angehörige reagieren darauf oft ungehalten, weil sie überall gesucht hätten“, weiß Trust. Allerdings tauchten vor allem verwirrte Senioren nicht selten im eigenen Haus, zum Beispiel im Keller, oder im nahen Umfeld wieder auf.

Am häufigsten verschwinden übrigens ältere Leute, die verwirrt und orientierungslos sind. Aber auch Jugendliche gehören immer wieder zu den Vermissten – vor allem im Umfeld von Kinder- oder Jugendheimen hat die Polizei häufig mit Vermisstenfahndungen zu tun. In Hattingen gibt es eine solche Einrichtung aber nicht.

Aktuell gibt es in der Ruhrstadt keine ungelösten Vermisstenfälle.