15 Euro Steuer für die Jugendzentren in Sprockhövel

Der Haus- & Grundbesitzerverein Haßlinghausen diskutierte mit der Sprockhöveler Politik über die Grundsteuer B und ihre Verwendung.
Der Haus- & Grundbesitzerverein Haßlinghausen diskutierte mit der Sprockhöveler Politik über die Grundsteuer B und ihre Verwendung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Haus- und Grundbesitzerverein diskutiert mit der Politik über die Erhöhung der Grundsteuer B. Die hilft, freiwillige Leistungen der Stadt aufrecht zu erhalten.

Sprockhövel..  Die Grundsteuer B stieg dieses Jahr von 462 auf 730 Hebesatzpunkte. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn fest steht: Freiwillige Leistungen kosten die Stadt Sprockhövel jedes Jahr Millionenbeträge – und die müssen finanziert werden. Das erkennt auch der Haus- und Grundbesitzerverein Haßlinghausen, der zur Podiumsdiskussion mit städtischen Politikern geladen hatte.

„Es ärgert natürlich viele Eigentümer“, sagte Vereinsvorsitzender Matthias Mayer. „Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen.“ Der Verein machte daher einen Schritt auf die Politiker zu. „Wir möchten mit ihnen ins Gespräch kommen, aber auch unsere Mitglieder informieren, dass jede Einsparungsmaßnahme im Haushalt zwangsläufig zu einer Verringerung der Leistungsfähigkeit der Stadt führt.“

Mayer stellte klar, dass die Steuererhöhung im Rat von den Parteien gemeinsam beschlossen wurde – mit großer Mehrheit, außer den Stimmen von WfS und Linken. „Die Alternative wäre gewesen, dass wir einen Sparkommissar bekommen hätten“, sagte Volker Hoven (SPD), der dann überspitzte: „Der hätte eine Ratssitzung mit sich selbst abgehalten und die Grundsteuer B erhöht.“ Und das wahrscheinlich drastischer, als es die Stadt nun getan hat.

Größter Posten Musikschule

Die Steuereinnahmen fließen auch in die freiwilligen Leistungen. Darunter fallen Freibad, die Büchereien oder die Musikschule, die Jugendzentren. Beispiel Jugendzentren: Ihr Unterhalt kostet die Stadt jährlich 381 000 Euro – jeder der etwa 25 000 Sprockhöveler zahlt dafür also umgerechnet rund 15 Euro im Jahr. Sechs Euro jährlich fließen in die Büchereien, die für die Stadt mit 148 900 Euro zu Buche schlagen. Das Freibad wird mit gut 253 000 Euro von der Stadt bezuschusst, macht umgerechnet 10 Steuer-Euro für jeden Sprockhöveler – im Jahr. Größter Posten ist die Musikschule, die die Stadt jährlich 443 000 Euro kostet – umgerechnet auf den Einzelnen sind das 17 Euro. Dazu kommen Kosten der Stadt für den Sport.

Verkauf städtischer Grundstücke

„Wir müssen uns ansehen, was wir wirklich erhalten wollen“, sagte Bodo Middeldorf (FDP). Die Wählergemeinschaft WfS möchte weiter das Personal verschlanken: „Müssen wir uns einen Beigeordneten leisten“, fragt Helga Wieland-Polony (WfS). Auch den Verkauf städtischer Grundstücke schließe sie nicht aus.

Wie sich die Stadt entwickeln soll, könnte bald in einer Zukunftskommission entschieden werden. Wenn die eingerichtet wird, wolle sich dort auch der Haus- & Grundbesitzerverein aktiv beteiligen. „Bis dahin schauen wir der Politik auf die Finger, und unsere Mitglieder haben wir dazu angehalten, Steuerverschwendungen anzusprechen und auch Verbesserungsvorschläge der Stadt gegenüber zu äußern.“