1400 Wohnungen werden frei

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Was wir bereits wissen
Rolf Novy-Huy warnt davor, weitere Landschaften für Wohnungsbau zu opfern. Mit Blick auf die Pläne für Holthausen fordert er Qualität statt Quantität.

Hattingen..  Der Mann ist Umweltschützer. Nicht nur als Geschäftsführer der Stiftung Trias, die sich neben dem Thema Wohnprojekte für einen anderen Umgang mit Grund und Boden einsetzt. Auch privat kümmert sich Rolf Novy-Huy um die Natur. Zeigt Hattingern gerne mal den richtigen Obstbaumschnitt.

„Was wir benötigen, sind keine weiteren Siedlungsteppiche“, sagt Rolf Novy-Huy. Und reagiert damit auf unsere Berichterstattung über die Pläne der HWG, in Holthausen mittel- bis langfristig 240 neue Wohnungen zu realisieren. Alles Lückenschlüsse innerhalb bestehender Siedlungen, war dazu bereits seitens der Politik zu hören. Und damit Zustimmung.

„Nach der Bevölkerungsprognose von 2012 verliert Hattingen zwischen 2010 und 2030 etwa 2800 Menschen. Das sind etwa 1400 Wohnungen, die frei werden“, hält Novy-Huy dagegen. Die gerne ins Feld geführte Zunahme der Haushalte werde dies nicht herausreißen, sie liege im EN-Kreis bei minus 4,8 Prozent, argumentiert er. Und auch Migranten würden die Bevölkerungsentwicklung nicht vollständig umdrehen. „Da müssten mehr als eine Million Menschen pro Jahr nach Deutschland einwandern.“

Natürlich: Planungsbüros kre­ieren Baulandflächen. Grundstückseigentümer wollen Preise für Bauland, nicht für landwirtschaftliche Fläche erzielen. Rolf Novy-Huy klammert die Realität nicht aus. Was er aber nicht hinnehmen will: „dass Kommunalpolitiker alten Bildern und Gewohnheiten folgen und auf den Augenblick und die Stimmung sehen, statt auf das Gemeinwohl und die Zeit in 20 oder 30 Jahren“.

Die Herausforderung liege in der Qualität, meint er. Man müsse nur dem Trend folgen, wieder in die Innenstädte zu ziehen. Mehr kleine und altersgerechte Wohnungen schaffen. „Mit den städtischen Flächen an der Bredenscheider Straße oder der alten Feuerwehr gibt es interessante Standorte für einen zukunftsgerichteten Wohnungsbau“, betont Novy-Huy. Das Potenzial dafür, kreative Lösungen im Bestand zu suchen, sei noch lange nicht ausgeschöpft.