14 Handys helfen beim Renaturieren der Havel

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Was wir bereits wissen
Höhere Handelsschule und Höhere Fachschule für Technik wollen Ressourcen schonen.

Hattingen..  Die Hattinger Weltwoche zum Fairen Handel im April war keine Eintagsfliege. Sie wirkt nach. So haben jetzt im Nachklang der zahlreichen Aktionen während der Woche Klassen der Höheren Handelsschule und der Höheren Fachschule für Technik Erkenntnisse aus dem Religionsunterricht in die Tat umgesetzt und Handys gesammelt.

Was Handys mit Ausbeutung zu tun haben, war während der Weltwoche Thema. In Vortrag, Film und Diskussion waren unfairer Welthandel und seine Ursachen und Folgen thematisiert worden. Zur Sprache kam, dass es in Deutschland mehr Handys als Einwohner gibt, weil sie alle ein, zwei Jahre ausgewechselt werden, in jedem Smartphone bis zu 30 verschiedene Metalle verarbeitet und Menschen versklavt werden, um die Erze abzubauen.

Bei der Sammlung kamen jetzt 14 teilweise noch funktionstüchtige Handys zusammen. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hatten sie ausrangiert. Sie gehen an den Naturschutzbund Deutschland, der brauchbare Bestandteile recycelt und den Erlös zur Renaturierung der Havel einsetzt.

Der Sammlung vorausgegangen war ein Projekt im Religionsunterricht mit Monica Hirsch über menschenunwürdigen Rohstoffabbau, zum Beispiel Coltan, durch Kinderarbeit in den Minen des Ostkongo für die Herstellung neuer Handys.

Die Schüler kamen zu der Erkenntnis, dass der Rohstoffverbrauch reduziert werden kann, indem wertvolle Rohstoffe aus Althandys verwertet werden. Das Vorkommen der weltweit seltenen Metalle ist endlich, sie sind begehrt und teuer. In Deutschland würden über 80 Millionen alte oder defekte Handys in Schubladen liegen – und damit 1,9 Tonnen Gold, 20 Tonnen Silber und 720 Tonnen Kupfer. Wer alte Schätzchen an Hersteller oder Sammelstellen zurückgebe, trage zum nachhaltigen Wirtschaften bei. Unter www.nabu.de gibt’s Adressaufkleber für die kostenlose Rücksendung.